Ursula Weber: Prosopographie des Sāsānidenreiches im 3. Jahrhundert n. Chr.
Vorwort
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Vorwort Abkürzungsverzeichnis Personenregister Orts- und Sachregister

Griechisches Wörterverzeichnis
Karte des S
?s
?nidenreiches

NPi I: Introduction
NPi II a: Main part a NPi II b: Main part b NPi III: Conclusion

ŠKZ I: Genealogie
ŠKZ II: Hofstaat P
?bags ŠKZ III: Hofstaat Ardaš
?rs I.

ŠKZ IV: Hofstaat Š
?buhrs I. ŠKZ V: Frauen



Vorwort
1


Wie der Titel "Prosopographie des S
?s
?nidenreiches im 3. Jahrhundert n. Chr."
anzeigt, sollen die in der antiken Überlieferung genannten Könige, Würdenträger
und Untertanen dieses Reiches (224-651 n. Chr.) biographisch und in ihrem histori-
schen Umfeld erfasst werden. Bislang ist eine systematische Bearbeitung des rei-
chen prosopographischen Materials jener Zeit nicht erfolgt, so dass dieses Projekt
als Desiderat angesehen werden darf und für Iranisten wie für Althistoriker von Nut-
zen sein dürfte.
Der prosopographischen Forschung stehen für das 3. Jahrhundert epigraphische,
literarische, numismatische und archäologische Quellen zur Verfügung. Den vom
personengeschichtlichen Gesichtspunkt aus eindeutig ersten Rang unter ihnen
nehmen die epigraphischen Zeugnisse ein: die Š
?buhr-Inschrift in Naqš-i Rustam,
die Narseh-Inschrift in P
?ik?l
? sowie einige andere kleinere Inschriften. Die Existenz
der beiden großen Staatsinschriften der Großkönige Š
?buhr und Narseh ist dabei
ein besonderer Glücksfall für die Erschließung der iranischen Geschichte des 3.
Jahrhunderts n. Chr. Ihre Einzigartigkeit liegt sowohl in der Überlieferung ereignisge-
schichtlicher Details, als auch in der Darstellung des s
?s
?nidischen Staatsapparates
(Königshaus, Hofgesellschaft, Amts- und Würdenträger).
Wie umfangreich das von ihnen gebotene prosopographische Material ist, kann
an Hand von Zahlen dargestellt werden. Von den über 200 Namen, die in den
epigraphischen Zeugnissen vorkommen, entfallen allein 137 auf die Š
?buhr-Inschrift,
darunter 16 Namen von weiblichen Mitgliedern der königlichen Familie. Die P
?ik?l
?-
Inschrift gibt Kenntnis von 58 weiteren Persönlichkeiten. Wegen ihrer Konzentration
auf Königshaus und Aristokratie kann allerdings von einem repräsentativen Quer-
schnitt durch alle Schichten des Volkes nicht die Rede sein
; dabei ist auch das herr-
schaftsideologische Moment dieser Überlieferung zu beachten.
Im Gegensatz zu den epigraphischen Quellen überliefern die literarischen Zeug-
nisse für das 3. Jahrhundert n. Chr. bedeutend weniger Namen. In der römisch-by-
zantinischen, der manichäischen, der christlich-syrischen, der späten mittelpersi-
schen, der armenischen und der arabisch-neupersischen Überlieferung liegt der
prosopographische Schwerpunkt verständlicherweise auf den Namen der s
?s
?nidi-


1 Bearbeitet 2017.
2
schen Könige; Namen von Würdenträgern tauchen hingegen verhältnismäßig selten
auf. Die Überlieferung der Christen und Manichäer ist insofern ein Glücksfall, als in
ihr auch Namen von Untertanen s
?s
?nidischer Könige auftauchen. Bei den litera-
rischen Zeugnissen bleibt allerdings zu beachten, daß sie durch ihren Blick von au-
ßen (römisch-byzantinische Literatur), durch ihre s
?s
?nidenkritische Tendenz (rö-
misch-byzantinische und christlich-manichäische Literatur) oder durch ihre zeitliche
Distanz (mittelpersische und arabo-neupersische Literatur) und/oder ihre spezifische
Wirkabsicht den zeitgenössischen iranischen Zeugnissen nachgeordnet sind und mit
besonderer Vorsicht zu analysieren und prosopographisch auszuwerten sind.
Wertvolle Erkenntnisse lieferte auch die numismatische und archäologische Über-
lieferung, wobei die besonders eindrucksvollen s
?s
?nidischen Felsreliefs zumeist in
enger Verbindung zu den Inschriften der S
?s
?nidenkönige stehen.

Es stellt sich verständlicherweise die Frage, nach welchen Gesichtspunkten eine
solche Prosopographie erstellt werden sollte. Das vorrangige Ziel der proso-
pographischen Arbeit muss in der lückenlosen Sammlung aller Nachrichten über die
in den Quellen erwähnten Personen liegen. Der zeitliche Rahmen umfaßt ca. 100
Jahre: Ausgangspunkt ist die Erhebung P
?bags, des Vaters des Dynastiegründers
Ardaš
?rs [I.], gegen den letzten Partherkönig im Jahre 205/06 n. Chr.; die Berichts-
zeit wird mit dem Tod Hormezds II. Im Jahre 309 enden. Es bietet sich an, den geo-
graphischen Rahmen auf das S
?s
?nidenreich zu beschränken; allerdings sind auch
die Plätze miteinzubeziehen, die zeitweilig unter s
?s
?nidischer Kontrolle standen wie
etwa Dura Europos und deren Überlieferung Namen s
?s
?nidischer Persönlichkeiten
enthalten.


Die einzelnen Lemmata gliedern sich jeweils in vier Abschnitte: Zunächst wird der
Name der behandelten Persönlichkeit aufgeführt, anschließend die Belegstellen (B)
als Quellennachweis, dann erfolgt die Auswertung der Belegstellen in der Prosopo-
graphie (P). Jeder Artikel schließt mit einem Literaturverzeichnis (L) ab. Wegen der
größeren Übersichtlichkeit sind die Namen aller Personen in einem Alphabet erfaßt.
Die mit einem Asteriskos hinter dem Namen gekennzeichneten Personen gelten als
nicht historisch. Der Name der Person wird in der Sprache angesetzt, in der er über-
liefert ist. In den meisten Fällen handelt es sich wegen der Dominanz des Inschrif-
tenmaterials um Namen in mitteliranischer Sprache. Danach folgt, falls vorhanden,
der Titel der Persönlichkeit in deutscher Übersetzung, ergänzt durch den Titel in der
Originalsprache. Eine anschließende Angabe der Belegstelle [z. B. ŠKZ I 2]
soll eine
schnelle Orientierung ermöglichen. Handelt es sich um eine Persönlichkeit der
Š
?buhr-Inschrift, kann mit Hilfe der Übersichtstafeln sehr schnell bestimmt werden,
unter welchem Großkönig diese Person gelebt hat, welchen Rang sie innehatte und
wie ihr Umfeld aussah. Die Angaben ŠKZ I, II, III, IV beziehen sich auf die Darstel-
lung des Staatsapparates in der Š
?buhr-Inschrift: ŠKZ I auf die Genealogie des
Großkönigs Š
?buhr; ŠKZ II auf den Hofstaat König P
?bags; ŠKZ III auf den Hofstaat
des Großkönigs Ardaš
?r; ŠKZ IV auf den Hofstaat des Großkönigs Š
?buhr. ŠKZ V
vermittelt einen Überblick über die 16 Frauen in der Š
?buhr-Inschrift. Zur besseren
Orientierung sind diese Übersichtstafeln ŠKZ I - V als links eingerichtet und ermögli-
chen jederzeit einen Zugriff auf die behandelte Persönlichkeit. - Handelt es sich um
Personen der P
?ik?l
?-Inschrift, so kann auf ähnliche Weise vorgegangen werden: In
einem eigenen Personenverzeichnis, dem die Gliederung der P
?ik?l
?-Inschrift (von
3
H.Humbach/P.O.Skjaervø) zugrunde liegt, kann die gesuchte Persönlichkeit gefun-
den werden: I. Introduction; II. Main Part II a) mit zwei Personenlisten in den §§ 16
und 32; Main Part II b); III. Conclusion mit zwei Personenlisten in den §§ 92 und 93.
Im Falle der häufig vorkommenden Namensgleichheit der Personen wird gemäß der
Rangfolge, wie sie die Š
?buhr-Inschrift vorschreibt, vorgegangen: Könige und Mit-
glieder der königlichen Familie gehen dem bidaxš (Vizekönig) und haz
?ruft (Chili-
arch) voran, es schließen sich an Mitglieder der ersten Adelsfamilien und Inhaber
von Regierungs- und Hofämtern. Kriterien der Unterscheidung bei Namensgleichheit
sind Patronymika, Titel, Berufs-, Ortsbezeichnungen und Herrschaftsbereiche.

Besonderer Wert wurde darauf gelegt, im Abschnitt Belegstellen (B) das Quellen-
material kritisch zu sichten und in vielen Fällen die Belege in der Originalsprache
vorzulegen. Bei der Vielzahl der Quellen in den verschiedenen orientalischen Spra-
chen war es angebracht, eine Übersetzung beizufügen.

Der Abschnitt Prosopographie (P) enthält die eigentliche Biographie der
besprochenen Person. Sie beruht auf dem Vergleich und der kritischen Auswertung
der Quellentexte. Aufgabe dieses Abschnitts ist es, die Person in ihren jeweiligen
historischen Kontext zu stellen und ihr Wirken in ihrer Zeit zu würdigen. An dieser
Stelle hat auch die kritische Auseinandersetzung mit der Forschungsliteratur ihren
Platz. In der Zwischenzeit ist damit begonnen worden, einzelne Artikel zu überar-
beiten, falls neue Quellen hinzugekommen sind oder neue Forschungsergebnisse
vorliegen.


In einem anschließenden vierten Abschnitt (L) wird die wichtigste Literatur ange-
führt: bibliographische Angaben zu den Quellen, zum Namen, zur Person, zur histo-
rischen Situation und, sofern vorhanden, zu bildlichen Darstellungen der erörterten
Persönlichkeiten.


Am Ende der Prosopographie steht ein Abkürzungsverzeichnis und ein Personen-,
Orts- und Sachregister. Das Personenregister enthält die schon prosopographisch
erfaßten Persönlichkeiten und weitere Namen aus deren Umfeld. Die Namen der
schon besprochenen Persönlichkeiten sind unterstrichen, mit einem link versehen
und ermöglichen so einen direkten Zugriff. Die mit einem Asteriskos hinter ihrem
Namen gekennzeichneten Personen gelten als nicht historisch.

Die Entstehung dieser Arbeit beruht auf dem großem Interesse an der s
?s
?nidi-
schen Geschichte, das Frau Prof. Dr. Ruth Altheim-Stiehl in mir geweckt hat: Ihr
schulde ich ganz besonderen Dank für Förderung und Hilfestellung beim Erlernen
der syrischen und arabischen Sprache. Für zahlreiche Denkanstöße und Verbesse-
rungsvorschläge danke ich ganz besonders Herrn Prof. Dr. Erich Kettenhofen, Mer-
zig, der die Fortschritte dieser Arbeit schon über viele Jahre hilfreich begleitet. Fer-
ner danke ich Herrn Prof. Dr. Josef Wiesehöfer, der die Publikation im Internet im
Rahmen des Lehrstuhls für Alte Geschichte bis zu seiner Emeritierung an der
Universität Kiel gefördert und auch darüber hinaus seine Unterstützung zugesagt
hat. Wertvolle Hilfestellung bei der Erschließung arabischer und persischer Quellen
verdanke ich Frau Dr. Ulrike Stehli-Werbeck, Münster. Thomas Wiesehöfer,
Plön/Kiel/Münster hat zu Beginn der Publikation die technische Aufarbeitung des
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Manuskripts für die Veröffentlichung im Internet besorgt. Ihm verdanke ich auch eine
weitere Überarbeitung der Prosopographie im Internet und ihre Anpassung an den
derzeitigen technischen Standard. Wichtige Hilfen verdanke ich bei der täglichen
Arbeit am Computer Herrn Dr. Rainer Heeren, Herrn Werner Martin und Herrn
Johannes Steinkuhle, Paderborn.


Paderborn, im Juli 2017 Ursula Weber







Kritik und Anregungen richten Sie bitte an Dr. Ursula Weber:
e-mail: weber.paderborn@t-online.de

Webseite: www.dr-ursula-weber.de/prosopographie