Ursula Weber: Prosopographie des Sāsānidenreiches im 3. Jahrhundert n. Chr.
Shabuhr_Meshan
1

Vorwort Abkürzungsverzeichnis Personenregister Orts- und Sachregister

Griechisches Wörterverzeichnis
Karte des Sāsānidenreiches

ŠKZ I: Genealogie
ŠKZ II: Hofstaat Pābags ŠKZ III: Hofstaat Ardašīrs I.

ŠKZ IV: Hofstaat Š
ābuhrs I. ŠKZ V: Frauen



Šābuhr, König [šāh] von Mēšān,
Sohn Šābuhrs I. [ŠKZ
I 3]

B:
ŠKZ: mpI 23: PWN šhpwhry ZY myš<n MLKA ZY LNE BREr = pad Šābuhr ī Mēšān šāh ī amā
pusar:; paI 18: pty šhypwhr myšn MLKA LN BRY = pad Šābuhr Mēšān šāh amā puhr; grI 41:
??? ???? ?????? ???? ?????????? ????????? ????? ??????? ? Übers.: mp. und pa. von Šābuhr, dem
König von Mēšān, Unserem Sohn; gr. (von) Šābuhr, dem König (der) Mesener, Unserem Sohn.
ŠKZ: mpI 25: <W> - šhpwhry ZY myš<n MLKA = <ud> Šābuhr ī Mēšān šāh; paI 20:
šhypwhr myšn MLKA = Šābuhr Mēšān šāh; grI 47/48: ??? ???????? ????????? ???????????
Übers.: mp. und Šābuhr, dem König von Mēšān; pa. Šābuhr, dem König von Mēšān; gr. und Šābuhr,
(den) König (der) Mesener.


Manichäische Homilien.
Hrsg. von H.J.Polotsky. Stuttgart (1934) 44,13-16. (Manichäische
Handschriften der Sammlung A.Chester Beatty.I.): Er [Mānī] kam [aus] Hormizda
?šahr, bis er nach
Mesene gelangte.Von Mesene kam er zu dem Fluße Tigris. Er fuhr hinauf nach Ktesiphon.

Turfanfragment M 4579: W.Sundermann, Mitteliranische Texte kirchengeschichtlichen Inhalts.
Berlin (1981) 69f.[4a.12].(Schriften zur Geschichte und Kultur des Alten Orients. Berliner
Turfantexte.XI.):
(1) <wš hw <pdn zmyg knd (2) <wd ywšt qyrd<byd (c)[y] (3) hs myšwn š<(h) (4) wxybyh bw(t)[ 2-4].
- Übers.: Und er grub die Erde jenes Palastes aus und erschütterte wahrlich, w[as] früher des
Mēšūn-šāh Eigentum gewesen war [........]...



P:
Die einzige Quelle, die den Namen des Königs Š
ābuhr1 von Mēšān überliefert, ist
die Š
ābuhr-Inschrift an der Ka>ba-i Zardušt in Naqš-i Rustam, die im Jahre 262
n.Chr. gesetzt worden ist
2. König Šābuhr tritt danach an zwei Stellen unter den
Nachkommen des gleichnamigen Großkönigs auf. Bei der ersten Erwähnung steht
Šābuhr nach seiner Schwester →Ādur-Anāhīd [ŠKZ I 1], Königin der Königinnen,
dem Thronfolger
→Ohrmezd-Ardašīr [ŠKZ I 2], Großkönig der Armenier, auf dem 3.
Rang, gefolgt von
→Narseh [ŠKZ I 4], dem König von Hind(estān), Sagestān und
T
ūrān bis ans Meeresufer. In diesem Abschnitt der Inschrift präsentiert sich
→Š
ābuhr I. zusammen mit seiner Tochter Ādur-Anāhīd, der Königin der Königinnen,


1 F.Justi, NB (1895) 284-87. - M.Back, SSI (1978) 260, Nr. 325a. - Ph.Gignoux, Noms propres
Sassanides en moyen-perse épigraphique (1986) 161, Nr. 858. - Ph.Huyse, ŠKZ 2(1999) 5f.
2 Ph.Huyse, ŠKZ 1(1999) 10-14.
2
und seinen drei Söhnen als Repräsentanten des Sāsānidenreiches3. Während bei
der ersten Erwähnung der Nachkommen Š
ābuhrs I. wohl die protokollarische
Rangfolge eingehalten wird, spielt dagegen bei der zweiten Erwähnung eher das
Lebensalter der Nachkommen die Hauptrolle
4. Jetzt tritt der in der ersten Aufstellung
nicht berücksichtigte Sohn Š
ābuhrs I., →Wahrām, König von Gēlān [ŠKZ I 11], als
ältester Sohn auf. Danach folgen Š
ābuhr, König von Mēšān, als zweitältester Sohn,
ferner Ohrmezd-Ardaš
īr (Kronprinz, der spätere Hormezd I. [270/72-273 n.Chr.]) und
als jüngster Sohn, Narseh (der spätere Großkönig [293-302 n.Chr.]).
In der Genealogie finden sich noch weitere Hinweise zur Familie König Š
ābuhrs.
Demnach verfügte Š
ābuhr im Vergleich zu seinen Brüdern und seiner Schwester5
über eine große Familie: auf den Rängen I 22-28 sind seine sechs Söhne und eine
Tochter
6 plaziert. Sie alle gehören im letzen Abschnitt der Genealogie zur Reihe der
neun Enkel und Enkelinnen Š
ābuhrs I. auf den Rängen I 21 - 29.
Wer aber war die Mutter der sieben Kinder des Königs Š
ābuhr von Mēšān? Diese
Frage konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden. Auch die Genealogie liefert
keine Anhaltspunkte zur Lösung dieses Problems. In der wissenschaftlichen Diskus-
sion ist Königin
→Dēnag von Mēšān, die "dastgerd des Šābuhr"[ŠKZ IV 3], die im
Hofstaat Š
ābuhrs I. unter 67 Würdenträgern einen herausragenden dritten Rang
einnimmt und inmitten von drei Vasallenkönigen plaziert ist, verschiedentlich als
Ehefrau Š
ābuhrs von Mēšān und Mutter seiner sieben Nachkommen angesehen
worden. Nicht unerwähnt bleiben soll auch die These, daß Königin
→Dēnag auf
Rang I 10 der Genealogie mit der gleichnamigen Königin von M
ēšān zu identifizie-
ren sei
7.


3 Wohl nicht geklärt werden kann, daß Šābuhrs I. Sohn, Wahrām, König von Gēlān, der spätere
Wahrām I. (273-276), bei der ersten Erwähnung der Nachkommen Šābuhrs I. nicht berücksichtigt
wurde.
4 M.Sprengling, Shahpuhr I, the Great on the Kaabah of Zoroaster (KZ) (1940) 392. - M.L.Chaumont,
Les grands Rois Sassanides d'Arménie (1968) 82.
5 Bemerkenswert ist, daß die Nachkommen Ādur-Anāhīds nicht ausdrücklich genannt sind. - Es gibt
ebenfalls keine definitiven Hinweise auf die Stellung Ohrmezd-Ardašīrs als Thronfolger. Allein sein
protokollarischer Rang direkt hinter Ādur-Anāhīd und sein Titel als Großkönig der Armenier geben
ihm als drittem Sohn (nach der Anciennität: Wahrām, König von Gēlān, Šābuhr, König von Mēšān,
Ohrmezd-Ardašīr, Großkönig der Armenier und Narseh, König der Saken) Šābuhrs I. unter dessen
vier Söhnen eine Sonderstellung. Wer seine Ehefrau im Range einer Königin war, geht aus der
Genealogie nicht hervor. Zu dem Zeitpunkt, als die Šābuhr-Inschrift gesetzt wurde, ist nur
→Hormezdag
[ŠKZ I 21] als einziges Kind bekannt. - Narseh, Šābuhrs I. jüngster Sohn, ist in der
Genealogie dagegen mit zwei Ehefrauen vertreten: →Šābuhrduxtag
[ŠKZ I 12], Königin der Saken
und →Narsehduxt
[ŠKZ I 13], Herrin der Saken. Aus der Šābuhr-Inschrift ist nur →Ohrmezdduxtag
[ŠKZ I 29] als einziges Kind bekannt. Narsehs späterer Thronfolger, →Hormezd II.
, war zu diesem
Zeitpunkt wohl noch nicht geboren. - Wahrām, ältester Sohn Šābuhrs I., der spätere Großkönig
→Wahrām I
., hat im Jahre 262 n.Chr., als die Šābuhr-Inschrift gesetzt wurde, einen protokollarisch
niedrigen 11. Rang inne. Weder die Namen einer Ehefrau oder ihrer Nachkommen sind durch die
Šābuhr-Inschrift dokumentiert. Außerdem stellt Šābuhr I. ihn nicht mit seinen anderen vier
Nachkommen auf eine Stufe, da er für ihn keinen Feuertempel gestiftet hat.
6 Šābuhrs Nachkommen tragen folgende Namen: →Hormezd, →Hormezdag, →ōdābaxt, →Wahrām,
→Šābuhr
, →PērŌz und →Šābuhrduxtag [ŠKZ I 22-28].
7 M.-L.Chaumont, A propos de quelques Personnages féminins (1963) 194 Anm. 4.
3
König Šābuhrs Herrschaftsbereich Mēšān8, im Griechischen unter dem Namen
??????? bekannt, lag im Süden Mesopotamiens und umfaßte das Gebiet am Unter-
lauf der Flüsse Euphrat und Tigris einschließlich ihres Mündungsgebietes
9. Wegen
ihrer geographischen Lage war die Mes
ēnē nicht nur Ausgangspunkt für Indienrei-
sende wie
→Mānī, sondern auch bedeutender Unmschlagplatz für den Warenver-
kehr von und nach Indien
10.
Daß König Š
ābuhr von Mēšān mit dem argbed →Šābuhr [NPi II a 3] der Pāikūlī-In-
schrift identisch sein könnte
11, ist wohl wegen der Zeitspanne von ca. 30 Jahren, die
zwischen den beiden großen Inschriften liegt, schwer vorstellbar.
Eine bildliche Darstellung des Königs von M
ēšān findet sich wohl auf dem Felsrelief
von Naqš-i Ra
Ôab I12. Es hält den Augenblick fest, da sich Šābuhr I. zusammen mit
seinen Söhnen und seinem Hofstaat zur festlichen Zeremonie seiner Krönung be-
gibt. Wer aber von den nachfolgenden Personen Š
ābuhr von Mēšān sein könnte, ist
nicht mit Sicherheit
13 zu klären.
Über den Zeitpunkt, an dem Š
ābuhr I. seinen gleichnamigen Sohn als König von
M
ēšān eingesetzt haben könnte, gibt es keine Anhaltspunkte. Die früharabische
Geschichtsschreibung legt die Eroberung von M
ēšān in die zwanziger Jahre des 3.
Jahrhunderts n.Chr., ohne jedoch einen König von M
ēšān zur Zeit Ardašīrs I. zu er-
wähnen
14.
Welche Rolle spielte König Š
ābuhr von Mēšān im Streit um die Nachfolge seines
jüngeren Bruders, Hormezds I.? Da König Š
ābuhr von Mēšān, der zweitälteste Sohn


8 hebr. Mēšān; syr. Maišān; mpI: myš<n - paI: myšn = Mēšān; arab. Maysān. - Zum Gebrauch der
Namen Mēšān-Charakene s. M.Schuol mit weiterführenden Literaturangaben: Die Charakene (2000)
276ff.
9 Zur Mesene: E.Kettenhofen, Römer und Sāsāniden in der Zeit der Reichskrise, 224 - 284 n.Chr.
Wiesbaden 1982. (TAVO - Karte B V 11). - id., Das Sāsānidenreich. Wiesbaden 1993. (TAVO -
Karte B VI 3). - F.H.Weissbach, Mesene. In: RE XV 1(1931) 1082-1095. - M.Streck-[M.Morony],
Maysān. In: EI, new ed., VI(1991) 918-923. - Sh.A.Nodelman, A preliminary History of Characene
(1959-60) 83-121. - J.Hansman, Charax and the Karkheh (1967) 21-58. - C.J.Brunner, Geographical
and administrative Divisions: settlements and economy (1983) 754-757.- A.Oppenheimer, Babylonia
Judaica in the Talmudic period (1983) 241-256. - R.Gyselen, La géographie administrative de
l'empire Sassanide (1989) 76f. - J.Hansman, Characene and Charax. In: EncIr V(1992) 363-365. -
J.Tubach, Die Insel der Mesene. In: WdO 24(1993) 112-126. - Ph.Huyse, ŠKZ 2(1999)19; 117. -
J.Oelsner, Mesene. In: Der Neue Pauly VIII (2000) 15-16.- M.Schuol, Die Charakene (2000) 280-284.
10 M.Schuol, ibid. 379ff. - Die Mesene als "Sammelplatz der Kaufleute des Ostens" und "das große
Mesene, den Hafen der Kaufleute" : s. Kl.Beyer, Das syrische Perlenlied. Ein Erlösungsmythos als
Märchengedicht (1990) 234-259. - insbes. 243: Z. 18; 247: Z. 70.
11 H.Humbach/P.O.Skjaervø, NPi 3.1(1983) 33: B 11,01 - B 12,01; a 16,05 - a 17,05 [u.a.]; 3.2(1983)
39; 44. - M.Schuol, ibid. (2000) 171 und Anm. 261.
12 s. hier das Titelblatt der Prosopographie: Foto von J.Wiesehöfer. - Veröffentlichungen zum
Felsrelief von Naqš-i Ra
Ôab s. im Literaturverzeichnis.
13 Unter den zahlreichen Wissenschaftlern, die sich mit der Deutung und zeitlichen Einordnung dieses
Reliefs beschäftigt haben, sprechen sich allein W.Hinz [Altiranische Funde und Forschungen (1969)
137-143: Taf. 73-74; Mani und Kardēr (1971) 487 Anm. 13] und V.G.Lukonin [Iran v III veke (1979)
104ff., Anm. 172] für eine direkte Zuweisung der dargestellten Personen aus.
14 Vier Könige führen den Hofstaat Ardašīrs I. an: → *Sadāluf ī Abrēnag šāh, →Ardašīr ī Marw šāh,
→Ardašīr
ī Kermān šāh und →Ardašīr ī Sagān šāh [ŠKZ III 1-4]. -
Der aus dem manichäischen Fragment M 47 I der Turfantexte bekannt gewordene →Mihršāh*
,
Mēšūn xwadāy, Herr von Mēšān - auch als Bruder Šābuhrs I. gedeutet - muß eher als nicht
historische Persönlichkeit angesehen werden, da die hagiographisch gefärbte Bekehrungsgeschichte
des Mihršāh* kaum einen Wert als historische Quelle besitzt.
4
des Großkönigs, nach seiner Erwähnung in der Šābuhr-Inschrift (262 n.Chr.) in den
Quellen nicht mehr auftritt, vermutet V.G.Lukonin, daß D
ēnag, Königin von Mēšān15
[ŠKZ IV 3], die 'dastgerd des Š
ābuhr', oder einer ihrer Söhne nach dem Tode ihres
Mannes in M
ēšān geherrscht habe16. Für diese Annahme gibt es in den Quellen
keine Bestätigung. Überraschend ist jedoch die Überlieferung der P
āikūlī-Inschrift,
die dreißig Jahre später (293 n.Chr.) nicht Š
ābuhr, Dēnag oder einen seiner sechs
Söhne, sondern
→Ādur-FarrŌbay [NPi II b 3] als König von Mēšān und Anhänger
Wahr
āms III. nennt. Nach dieser veränderten Situation im Königreich Mēšān ist ein
Dynastiewechsel zu Beginn oder während der Regierungszeit Wahr
āms I. nicht
mehr auszuschließen. Wie es zu dieser veränderten politischen Lage in M
ēšān
kommen konnte, geht aus den Quellen der drei Traditionen nicht hervor. Man darf
aber davon ausgehen, daß dieser Dynastiewechsel in M
ēšān nicht ohne größere
Auseinandersetzungen im Gesamtreich stattgefunden hat und wohl auch nicht von
den Kämpfen um den s
āsānidischen Königsthron zu trennen ist.
In diesem Zusammenhang aufschlußreich ist eine Beobachtung M
ānīs auf seiner
letzten Reise, kurz vor seinem Tod um 276 n.Chr. Diese Reise führte M
ānī nach
M
ēšān17, dann den Tigris hinauf bis nach Ktesiphon und später nach Bēlāpā' zu
Wahr
ām I., der Stadt, in der Mānī im Gefängnis starb. In der Mesēnē - so berichtet
das parthische Fragment M 4579 - habe M
ānī mit sichtlicher Bewegung den
zerstörten Palast des Königs von M
ēšān entdeckt. Wie es zu diesem Ereignis
kommen konnte, darüber schweigt das Fragment
18. Festzuhalten ist, daß die
Ereignisse, die zur Zerstörung des Palastes geführt haben könnten, in die Jahre
nach dem Tode Hormezds I. zwischen 273 und 276 n.Chr. zu datieren sind. Von
daher ist es nicht ausgeschlossen, daß die Thronstreitigkeiten um die Nachfolge
Hormezd I. hier ihren sichtbaren Ausdruck gefunden haben. Danach wäre König
Š
ābuhr von Mēšān, der nach dem Protokoll der Šābuhr-Inschrift unter den Brüdern
an zweiter Stelle rangiert, oder einer seiner Söhne, dem neuen Großkönig Wahr
ām
I. im Kampf um den Thron des S
āsānidenreiches unterlegen.
V.G.Lukonin führt den Dynastiewechsel in M
ēšān jedoch auf eine Rebellion des
Königs von M
ēšān gegen Wahrām II. zu Beginn der achtziger Jahren des 3.


15 s. U.Weber, Prosopographie des Sāsānidenreiches im 3. Jahrhundert n.Chr.: →Dēnag, Königin
von Mēšān.
16 s. V.G.Lukonin, Iran v III veke. Novye materialy i opyt istoričeskoj rekonstrukcii (1979) 125f. (Engl.
Summary). - id., Nadpis' Narse v Pajkuli i Bišapurskij rel'ef. In: id., Drevnij i ranne-srednevekovyj Iran.
Očerki istorii kul'tury (1987) 155-176; hier 155-156.
Für Unklarheit sorgt die gleichzeitige Erwähnung von zwei Herrschern von Mēšān in der Šābuhr-
Inschrift: König Šābuhr und Königin Dēnag von Mēšān. Unübersehbar bleibt König Šābuhrs
bevorzugter Rang drei in der Genealogie der Šābuhr-inschrift und auch die Erwähnung seiner sieben
Nachkommen, während die häufig als die Ehefrau Šābuhrs gedeutete Königin Dēnag hier keinen
Platz gefunden hat und erst im Hofstaat Šābuhrs I. auf Rang drei geführt wird. Nur unter Vorbehalt
darf man annehmen, daß Dēnag trotz ihres Titels 'dastgerd des Šābuhr' als Herrscherin von Mēšān
regiert hat.
17 Manichäische Homilien. Hrsg. von H.J.Polotsky (1934) 44,13-16.
18 S.N.C.Lieu, Manichaeism in the later Roman empire and medieval China (21992) 79f.: "However,
according to a Parthian Manichaean fragment which has recently come to light, Mani was shocked to
discover that the palace of the Mesun-Šāh [Parth.: myšwn š<h = myšwn xwd<y(?)] had been
destroyed". - W.Sundermann, Mitteliranische manichäische Texte kirchengeschichtlichen Inhalts
(1981) 69f.: "Und er grub die Erde jenes Palastes aus und erschütterte wahrlich, w[as] früher des
Mēšūn-šāh Eigentum gewesen war [................] ...".
5
Jahrhunderts n.Chr. zurück. Er glaubt an eine Koalition des Königs von Mēšān mit
den Römern während des römischen Perserfeldzuges unter Kaiser Carus.



L:
Quellen:
ŠKZ: M.Back, Die sassanidischen Staatsinschriften. Leiden, Téhéran 1978. (AcIr.18.) - Ph.Huyse,
Die dreisprachige Inschrift Šābuhrs I. an der Ka
>ba-i Zardušt (ŠKZ). Bd 1-2. London 1999. (CII P.III,
1,1, 1-2.)
Manichäische Homilien.
Hrsg. von H.J.Polotsky. Stuttgart (1934) 44,13-16. (Manichäische
Handschriften der Sammlung A.Chester Beatty.I.)
Turfantext M 4579: W.Sundermann, Mitteliranische Texte kirchengeschichtlichen Inhalts. Berlin
(1981) 69f.[4a.12](Schriften zur Geschichte und Kultur des Alten Orients. Berliner Turfantexte.XI.)

Name/Titel:

F.Justi, Iranisches Namenbuch. Marburg (1895) 284. - Repr. Hildesheim 1963. - M.Back, a.O. 260,
Nr. 325a. - Ph.Huyse, a.O. 2(1999) 5f.


Mēšān (Mesene):

E.Kettenhofen, Römer und Sāsāniden in der Zeit der Reichskrise, 224 - 284 n.Chr. Wiesbaden
1982. (TAVO - Karte B V 11). - id., Das Sāsānidenreich. Wiesbaden 1993. (TAVO - Karte B VI 3). -
F.H.Weissbach, Mesene. In: RE XV 1(1931) 1082-1095. - Sh.A.Nodelman, A preliminary History of
Characene. In: Berytus 13(1959-60) 83-121. - J.Hansman, Charax and the Karkheh. In: IrAnt
7(1967) 21-58. - W.Sundermann, Mitteliranische Texte kirchengeschichtlichen Inhalts. Berlin (1981)
69f.[4a.12](Schriften zur Geschichte und Kultur des Alten Orients. Berliner Turfantexte.XI.) -
C.J.Brunner, Geographical and administrative Divisions: settlements and economy. In: CHI
3.2(1983) 754-757. - A.Oppenheimer, Babylonia Judaica in the Talmudic period. Wiesbaden (1983)
241-256.(TAVO, R.B, Beih. 47.) - S.N.C.Lieu, Manichaeism in the later Roman empire and medieval
China. A historical Survey. Manchester (1985) 79f.(WUNT.63.) - 2., verb. und erw. Aufl. Tübingen
1992. - .R.Gyselen, La géographie administrative de l'empire Sassanide. Paris (1989) 76f.(Res
orientales.I.) - Kl.Beyer, Das syrische Perlenlied. Ein Erlösungsmythos als Märchengedicht. In:
ZDMG 140(1990) 234-259; s. insbes. Z. 18, S. 243; Z. 70, S.247. - M.Streck-[M.Morony], Maysān.
In: EI, new ed., VI(1991) 918-923. J.Hansman, Characene and Charax. In: EncIr V(1992) 363-365. -
J.Tubach, Die Insel der Mesene. In: WdO 24(1993) 112-126. - Ph.Huyse, ŠKZ 2(1999)19; 117. -
J.Oelsner, Mesene. In: Der Neue Pauly VIII (2000) 15-16.- M.Schuol, Die Charakene. Ein
mesopotamisches Königreich in hellenistisch-parthischer Zeit. Stuttgart (2000) 379ff. (Oriens et Occi-
dens.1.)

Bildliche Darstellung:
Felsrelief: Naqš-i Ra
Ôab I : G.Herrmann, The Dārābgird-relief - Ardashīr or Shāhpūr? A Discussion
in the context of early Sasanian sculpture. In: Iran 7(1969) 78-80; Anm. 74; Fig. 9, Pl. 8. - W.Hinz,
Altiranische Funde und Forschungen. Berlin(1969) 137-143; Taf. 73-74. - E.F.Schmidt, Persepolis
III. The royal Tombs and other monuments. Chicago (1970) 126f.; Taf. 100. (The University of
Chicago Oriental Institute Publications.LXX.) - W.Hinz, Mani and Kardēr. In: Atti del Convegno Intern.
sul tema: La Persia nel Medioevo, Roma 1970. Roma (1971) 487 Anm. 13. (Accademia Nazionale dei
Lincei. Anno CCCLXVIII - 1971.Quaderno.160.) - H.Luschey, Zum Problem der Stilentwicklung in
der achämenidischen und sasanidischen Reliefkunst. In: IrAnt 11(1975) 125f., Taf. 29,2. -
V.G.Lukonin, Iran v III veke. Novye materialy i opyt istoričeskoj rekonstrukcii [Iran in the third cen-
tury]. Moskva (1979) Engl. Summary: 103ff. - G.Herrmann, Early Sasanian Stoneworking. In: IrAnt
16(1981) 156ff.; Pl. X. - K.Mosig-Walburg, Die frühen sasanidischen Könige als Vertreter und För-
derer der zarathustrischen Religion. Eine Untersuchung der zeitgenössischen Quellen. Frankfurt a.M.
(1982) 49.(EHS. Reihe III, 166.) - L.Vanden Berghe, Reliefs rupestres de l'Irān ancien. Musées
Royaux d'Art et d'Histoire, Bruxelles, 26 octobre 1983 - 29 janvier 1984. Bruxelles (1983) 69f.; 106
Nr. 55; 128: Kat. Nr. 40;Taf. 20. - M.Meyer, Die Felsbilder Shapurs I. In: JdI 105(1990) 284 und Anm.
168; 302; Abb. 27.