Ursula Weber: Prosopographie des Sāsānidenreiches im 3. Jahrhundert n. Chr.
Narseh_Prinz_Zadspraxm
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Vorwort Abkürzungsverzeichnis
Personenregister Orts- und Sachregister
Griechisches Wörterverzeichnis Karte des Ssnidenreiches
K  Geneaogie K  ostaat Pbags K  ostaat Arda
rs 
K V ostaat buhrs  K V rauenNarseh, Prinz [wispuhr], Sohn des Zādspraxm (?)[ŠKZ IV 9]
B:
ŠKZ: mpI 31: nrshy ZY BRBYTA ZY z<tsplhmkn = Narseh ī wispuhr ī Zādspraxm(a)gān; paI
25: nryshw BRBYTA šhypwhrkn = Narseh wispuhr Šābuhr(a)gān; grI 61:
???????? ???? ??? ????????? ?????????? Übers.: mp. Narseh, den Prinzen, den Sohn des Zādspraxm;
pa: Narseh, den Prinzen, den Sohn des Šābuhr [sic; recte: Zādspraxm(?)]; gr. Narseh, den Prinzen,
den Sohn des Šābuhr [sic; recte: Zādspraxm(?)].P:
Die Vorstellung dieses Prinzen Narseh
1
ist nach der dreisprachigen Šābuhr-Inschrift
nicht eindeutig2
. Während die mittelpersische Fassung von Zādspraxm(a)gān, als
Narsehs Vater spricht, stimmen die parthische und griechische Version darin über-
ein, seinen Vater Šābuhr zu nennen. Der Hinweis auf seine Abstammung war für
Narseh unerläßlich, da auf Rang 17 der Genealogie Šābuhrs I. noch ein weiterer
Prinz →Narseh [ŠKZ I 17: mpI 26; paI 21; grI 49] geführt wird. Bei der Überlieferungseines $ites ""%$A&wisuhr&???? ??? ?????????? Prinz
3
, stimmen dagegen alle Ver-
sionen der Inschrift überein. Wissenschaftlich aber umstritten bleibt die Begründung,
warum es zu dieser stark abweichenden Angabe des Patronymikons kommen
konnte
4
. Plausibel erscheint M.Backs Hinweis
5
, daß die Ähnlichkeit in der Schrei-
bung der Anfangsbuchstaben von d<t in d<tsprhrykn und šh- in *šhpwhrykn ein Ver-
lesen des parthischen Schreibers hätte erleichtern können. Nichtsdestoweniger be-
fürworten M.Back und Ph.Huyse die lectio difficilior: Zādspraxm(a)gān. Auffallend
dagegen ist jedoch die Tatsache, daß dieser Name in der Šābuhr-Inschrift nur ein-
mal auftaucht und in der Pāikūlī-Inschrift nicht belegt ist. Hinzukommt, daß ein
Zādspraxm als Vater eines Prinzen, eines Mitglieds des Königshauses, durch das
umfassende Hofprotokoll hinlänglich bekannt sein müßte. Von daher ist anzumer-
ken, ob die Vaterschaft eines Šābuhr nicht der Wirklichkeit eher entspräche.
1
Zum Namen: M.Back, SSI (1978) 237, Nr. 228a. - Ph.Gignoux, Noms propres Sassanides en
moyen-perse épigraphique (1986) 134, Nr. 678. - Ph.Huyse, ŠKZ 2(1999) 110 Anm. 182.2
s.o. unter B.
3
E.Benveniste, Titres et noms propres en Iranien ancien (1966) 22-26. - Ph.Huyse, a.O. 119f.
4
Zur wissenschaftlichen Diskussion s. Ph.Huyse, a.O.154.
5
M.Back, a.O. 357; 505 Anm. 229.
2
In diesem Zusammenhang unbeachtet geblieben ist bisher Narsehs protokollarische
Stellung und seine Umgebung im Gefolge Šābuhrs I. Unter den 67 Würdenträgern
am Hofe →Šābuhrs I. nimmt Narseh einen herausragenden 9. Rang ein. Die Ränge
1 -  sind den Königen  Arda
r von Adiab/n/ K V 1!  Arda
r von Kern
K  0 V ! der Königin 
/nag von (/ n K V 0! der 2dastgerd3 des
buhr und König  azs K V ! von berien vorbehaten hnen ogt
eine Grue von 4 Prinzen au den ngen 4- zu denen auch Prinz arseh
gehört
Wer aber ist der Vater dieses Prinzen5
a der Grokönig buhr  sebst nicht in
rage kot versteht sich von sebst da seine aiie in der Geneaogie die er-
sten nge beansrucht Weiteren Auschu über die Abstaung des arseh
könnte aber ein Vergeich der Vter der anderen Prinzen ergeben da sie rotokoa-
risch as geichrangig anzusehen sind Whrend bei zwei Prinzen die Patron'ika
ehen konnten die Vter der beiden übrigen Prinzen
6
als König →Pābag [ŠKZ I 6]
und as Prinz P/r6z K  14! der "ruder buhrs   erkannt werden ür eine
Vaterschat des Prinzen arseh ke von daher nur König buhr K I 7], der
tödich verungückte "ruder Arda
rs   der Sohn Königs Pbags in rage
7
.
enach wre Prinz arseh ein ee Arda
rs  und ein Vetter buhrs 
L:
Quellen:
M.Back, Die sassanidischen Staatsinschriften. Leiden, Téhéran 1978. (AcIr.18.) - Ph.Huyse, Die
dreisprachige Inschrift Šābuhrs I. an der Ka
>ba-i Zardušt (ŠKZ). Bd 1-2. London 1999. (CII P.III,
1,1,1-2.)
Name/Titel:
E.Benveniste, Titres et noms propres en Iranien ancien. Paris 1966. (Travaux de l"Institut d"Etudes
Iraniennes de l"Univ. de Paris.1.) - M.Back, s.o. unter Quellen. - Ph.Gignoux, Noms propres Sassa-
nides en moyen-perse épigraphique. Wien 1986. (IPNB II,2.) - Ph.Huyse, s.o. unter Quellen.

6
Prinz Wala(x)š, Sohn Pābags [mpI 31; paI 25; grI 60] und Prinz Narseh, Sohn des PērŌz.
7
König Šābuhr, Sohn König Pābags, auf Rang 7 in der Genealogie Šābuhrs I. - Auch Šābuhr, Kö-
nig von Mēšān [ŠKZ
I 3], scheidet aus, da seine Kinder, sechs Söhne und eine Tochter, schon in der
Genealogie Šābuhrs I. auf Rang 22-28 plaziert sind.