Ursula Weber: Prosopographie des Sāsānidenreiches im 3. Jahrhundert n. Chr.
Hormezdag_Armenien
1
Vorwort Abkürzungsverzeichnis
Personenregister Orts- und Sachregister
Griechisches Wörterverzeichnis Karte des Sāsānidenreiches
ŠKZ I: Genealogie ŠKZ II: Hofstaat Pābags ŠKZ III: Hofstaat Ardašīrs I.
ŠKZ IV: Hofstaat Šābuhrs I. ŠKZ V: FrauenHormezdag, Sohn Ohrmezd-Ardašīrs,
des Königs der Armenier, Enkel Šābuhrs I. [ŠKZ I 21]
B:
ŠKZ : mpI 26: W-hwrmzdky ZY <lmn<n MLKA BRE = ud Hormezdag ī Arminān šāh pus; paI 21: W
<hwrmzdk <rmnyn MLKA BRY = ud Hormezdag Arminīn šāh puhr;
grI 50:
??? ????????? ????? ???? ????????? ?????????? Übers. mp. und pa.: und Hormezdag, dem Sohn des
Königs der Armenier; gr. und Hormezdag, (den) Sohn des Königs (der) Armenier.P:
Mit einer Gruppe von neun Enkeln und Enkelinnen →Šābuhrs I. endet die
Genealogie des Großkönigs auf den Rängen I 21 - 29. Bemerkenswert ist ihre
Rangfolge; sie richtet sich in konsequenter Weise nach dem protokollarischen Rang
ihrer Väter, den diese auch in der ersten Aufstellung der Nachkommen Šābuhrs I.
(ŠKZ Rang I 2-4) innegehabt haben. So führt Hormezdag, der Sohn des
Kronprinzen →Ohrmezd-Ardašīr (= Hormezd I.
270/72-273), König der Armenier, die
Liste der Enkel und Enkelinnen an. Auf ihn folgen 6 Söhne und eine Tochter des
Königs →Šābuhr von Mēšān; den Abschluß bildet → Ohrmezdduxtag, die Tochter
des Sakenkönigs →Narseh. Es ist zu vermuten, daß Narsehs Thronfolger
→Hormezd bei Fertigstellung der Šābuhr-Inschrift (ca. 263) noch nicht geboren
war
1
. Unberücksichtigt geblieben sind die Kinder →Wahrāms, des König von Gēlān
(ŠKZ I 11), des späteren Großkönigs →Wahrām I. Dies erklärt sich aus der
Tatsache, daß er, obgleich ältester Sohn Šābuhrs I., in der ersten Aufstellung der
Nachkommen Šābuhrs I. übersehen worden ist2
. Entgegen der Gewohnheit des
Redaktors der Inschrift, alle Titel der Familienmitglieder und Würdenträger
genauestens anzuführen, hat er bei der Erwähnung der Enkel und Enkelinnen
darauf verzichtet.

1
M.Sprengling, Shahpuhr I, the Great, on the Kaabah of Zoroaster(KZ) (1940) 393.2
Obgleich Wahrām I. ein Sohn Šābuhrs I. ist, geht diese verwandtschaftliche Beziehung aus der
Šābuhr-Inschrift nicht eindeutig hervor. Bei der ersten Erwähnung der Nachkommen Šābuhrs I. [ŠKZ
I 1-4] bezeichnet der Großkönig Ādur-Anāhīd ausdrücklich als seine Tochter, Ohrmezd-Ardašīr,
Šābuhr von Mēšān und Narseh jeweils als seine Söhne. Hier fehlt Wahrām. Bei der zweiten
Aufstellung der Söhne Šābuhrs I. (hier ohne Angabe der verwandtschaftlichen Beziehung zum Vater)
steht Wahrām [ŠKZ I 11], König von Gēlān, wohl als ältester Sohn Šābuhrs I. vor seinen Brüdern.
Allein die Nähe zu den Söhnen Šābuhrs I. macht ihn nach dem Zeugnis der Genealogie innerhalb der
Šābuhr-Inschrift zum Sohn des Großkönigs.
2
Hormezdag
3
, Sohn des Kronprinzen Ohrmezd-Ardašīr und Enkel Šābuhrs I, ist nur
durch die Šābuhr-Inschrift bekannt. Es selbst hat die Nachfolge seines Vaters nicht
angetreten; die Königswürde ging vielmehr auf seinen Onkel, Wahrām, König von
Gēlān, den späteren Wahrām I. (273-76), und Bruder seines Vaters, über
4
.
L:
Quellen:
ŠKZ: M.Back, Die sassanidischen Staatsinschriften. Leiden, Téhéran 1978. (AcIr.18.) - Ph.Huyse,
Die dreisprachige Inschrift Šābuhrs I. an der Ka
>ba-i Zardušt (ŠKZ). Bd 1-2. London 1999.(CII P.III,
1,1, 1-2.)
Name/Person:
M.Sprengling, Shahpuhr I, the Great, on the Kaabah of Zoroaster(KZ). In: AJSLL 57(1940) 393. -
M.Back, a.O. (1978) 195, Nr 63b. - Ph.Gignoux, Noms propres Sassanides en moyen-perse épigra-
phique. Wien (1986) 98, Nr. 449.(IPNB, II,2.)

3
Zum Namen: Ph.Gignoux, Noms propres Sassanides en moyen-perse épigraphique (1986) 98, Nr.
449.
4
Zum Problem der Thronfolge s. NPi mpI 30-37; paI 27-34: H.Humbach/P.O.Skjaervø, The Sassa-
nian Inscription of Paikuli. Wiesbaden 3,1(1983) 56-62.