Ursula Weber: Prosopographie des Sāsānidenreiches im 3. Jahrhundert n. Chr.
Chihrag
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Vorwort Abkürzungsverzeichnis
Personenregister Orts- und Sachregister
Griechisches Wörterverzeichnis Karte des Ssnidenreiches
K  Geneaogie K  ostaat Pbags K  ostaat Arda
rs 
K V ostaat buhrs  K V rauenČihrag, Richter [dādwar] [ŠKZ III 25]
B:
ŠKZ: mpI 30: [ *ctrky] ZY d<tbr = [Čihr]ag ī dādwar; paI 24: šhrk d<tbr = Čihrag dādβar; grI 58:
?????? ???? ?????????? Übers.:
[für] Čihrag, den Richter.P:
Die Šābuhr-Inschrift überliefert die Namen der ersten beiden höchsten Richter des
Sāsānidenreiches, für die der Großkönig ein Opfer stiftete. Während im recht kleinen
Hofstaat König →Pābags [ŠKZ I 6] kein Richter erwähnt wird, stehen Čihrag und →
Ssn K   an der Sitze des ssnidischen echtswesens unter Arda
r 
K   und buhr  ihrag
1
hat den 25. Rang von insgesamt 31 Würdenträ-gern i ostaat Arda
rs  inne einen verhtnisig niedrigen ang ür denVertreter eines so hohen Staatsates r trgt den ite ddwar
2
, Richter, ohne daß
dieser in seiner Bedeutung näher gekennzeichnet wird. Trotz seines auffallend nied-
rigen Ranges ist Čihrag aber zweifellos der Träger des obersten Richteramtes unter
Ardašīr I. gewesen. Auch unter Šābuhr I. behält Sāsān den schlichten Titel dādwar.
Erst unter →Wahrām II. wird der Bedeutung dieses Amtes auch sprachlich Rech-
nung getragen Kerd
r K V 1 erwhnt in seiner nschrit an der Ka>ba-i
ardu t "KK# da Wahr  "$"%#-&# ihn zu 'h ahr owbed ud ddwar(
zu 'owbed und ichter des ganzen eiches( ernannt hat
3
.
Der recht niedrige protokollarische Rang Čihrags erklärt sich vermutlich auch daher,
daß bis zur Zeit Wahrāms II. die höchste Rechtsprechung
4
traditionsgemäß dem
Großkönig oblag. Čihrag dagegen war demnach im Auftrag des Großkönigs verant-
wortlich für die Einhaltung der Gesetze und die Rechtsprechung im Reiche. Seinem
Titel5
entsprechend gehörte der dādwar Čihrag dem dritten Stand an. In die Regie-
rungszeit Ardašīrs I. von 224 - 240/41 ist sein Wirken anzusetzen.

1
Zum Namen Čihrags s. M.Back, SSI (1978) 205, Nr. 102b. - Ph.Gignoux, Glossaire (1972) 64: pa.:
š
úrk
Čihrak. - Ph.Huyse, ŠKZ 2(1999) 145f.
2
M.Shaki, Dādwar, Dādwarīh. In: EncIr VI(1993) 557-59.
3
D.N.MacKenzie, Kerdīr"s Inscription (1989) 54, §10, Z. 25; 58, § 10, Z. 25. - Ph.Gignoux, Les quatre
Inscriptions du mage Kirdīr (1991) 46, Z.8:
ú<mštly mgwpt W d
<twbl.
4
A.Christensen, L"Iran sous les Sassanides (
2
1944) 300f. - M.-L.Chaumont, L"Inscription de Kartīr
(1960) 370.
5
M.Shaki, Class system. III. In the Parthian and Sasanian periods (1992) 655.
2
L:
Quellen:
M.Back, Die sassanidischen Staatsinschriften. Leiden, Téhéran 1978. (AcIr.18.) - Ph.Huyse, Die
dreisprachige Inschrift Šābuhrs I. an der Ka>ba-i Zardušt (ŠKZ). Bd 1-2. London 1999. (CII Part III, 1,
1,1-2.).
Namen:
Ph.Gignoux, Glossaire des inscriptions Pehlevies et Parthes. London 1972. (CII, supplementary se-
ries.1.) - M.Back, s.o. - Ph.Huyse s.o.
Amt:
A.Christensen, L"Iran sous les Sassanides. Copenhague
2
1944. - Repr. Osnabrück 1971. - M.-
L.Chaumont, L"Inscription de Kartīr à la "Ka
>bah de Zoroastre". Texte, traduction, commentaire. In:
JA 248(1960) 339-80. - D.N.MacKenzie, Kerdīr"s Inscription: synoptic text in transliteration, tran-
scription, translation and commentary. In: G.Herrmann/D.N.MacKenzie/R.H.Caldecott, The Sasanian
Rock Reliefs at Naqsh-i Rustam. Naqsh-i Rustam 6, The Triumph of Shapur I. Berlin (1989) 35-72.
(Iranische Denkmäler, Lfg. 13, Reihe II: Iranische Felsreliefs.I.) - Ph.Gignoux, Les quatre Inscriptions
du mage Kirdīr: textes et concordances. Paris 1991. (StIr. Cahier.9.) - M.Shaki, Class system. III. In
the Parthian and Sasanian periods. In: EncIr V(1992) 652-58. - id., Dādwar, Dādwarīh. In: EncIr
VI(1993) 557-59.