Ursula Weber: Prosopographie des Sāsānidenreiches im 3. Jahrhundert n. Chr.
Barsaborses
1
Vorwort Abkürzungsverzeichnis
Personenregister Orts- und Sachregister
Griechisches Wörterverzeichnis Karte des Ssnidenreiches
K  Geneaogie K  ostaat Pbags K  ostaat Arda
rs 
K V ostaat buhrs  K V rauen
????????????, Leiter der obersten Steuerbehörde [argbed]
und Hauptschreiber/Kanzleichef [dibīrbed] des Narseh,
des Königs der Könige [Petr. Patr.]B:
Petros Patrikios, Fragment 14. In: FHG IV(1851)189:
???? ?????????? ??? ???? ?????????? ???? ????????? ??????? ????? ??????? ???????? ??? ??????????
??? ???????? ????????? ??? ??????????? ??? ????????????? ??? ?? ???? ??????? ???????? ??? ?????
??????? ?? ??? ??????? ???? ???? ?????? ????? ???????? ?????????? ??? ?????? ???? ????????? ???????????
Übers.
: Frg. 14: Narseh schickte - im Innern des Königspalastes - alle anderen fort und begnügte
sich mit der Anwesenheit des Aphpharbān und des Archapetēs und des BarsabŌrsēs, von denen der
eine Prätorianerpräfekt und der andere die Herrschaft über Symien innehatte. Dann gestattete er dem
Probus, einen detaillierten Bericht seiner Gesandtschaft vorzutragen
1
.
P:
Unter Großkönig →Narseh [ŠKZ I 4] muß ????????????2
zu den höchsten Würden-
trgern des Ssnidenreiches gezht werden es war ????????????, den Narseh
beim Friedensschluß von Nisibis 298 n.Chr.
3
neben dem ???????? ?????????? →
?????????? [Petr. Patr., Fragm. 13-14]? als zweiten Verhandlungspartner hinzuzog.
Petros Patrikios ca !!-" n hr #4
ist der einzige Gewährsmann, dem eine

1
Zur Klärung dieser an zwei Stellen verderbten Textstelle des Petros Patrikios → ??????????, Anm.
12 und 17.
2
Der Genitiv kann abgeleitet werden von ???????????? oder ????????????? ? Zum Namen des
BarsabŌrsēs s. G.Hoffmann, Auszüge aus syrischen Akten persischer Märtyrer (1880) 36 Anm. 306:
Borzšá?ór. - F.Justi, NB (1895) 64: s.v. ???????????? "syr. BoršābhŌr (scheint für Borz [Burz] -
šābhŌr zu stehen)". - W.Enßlin, Zur Ostpolitik des Kaisers Diokletian (1942) 51: Waraz-Schapur. -
M.-L.Chaumont, Recherches sur les institutions de l"Iran ancien et de l"Arménie II(1962) 15:
BurŽšāhpur.3
Zur Chronologie der Kriegsereignisse und der Friedensverhandlungen s. F.Kolb, Zu chronologi-
schen Problemen der ersten Tetrarchie (1988) 105-25. - E.Kettenhofen, Rez. zu E.Winter, Die sāsā-
nidisch-römischen Friedensverträge des 3. Jahrhunderts n.Chr. (1988). In: BiOr 47(1990) 163-78. -
id., Tirdād und die Inschrift von Paikuli (1995) 70ff. - F.Kolb, Chronologie und Ideologie der Tetrarchie
(1995) 21-31.4
Zu Leben und Werk des Petros Patrikios s. A.Nagl, Petros (6). In: RE XIX 2(1938) 1296-1304. -
Petros Patrikios` Interesse an eingehender Schilderung historischer Vorgänge beruht auf seiner eige-
nen Tätigkeit als Gesandter des Kaisers, der bei den Friedensverhandlungen mit den Persern zur
Zeit ïusrŌs I. AnŌširvān der Gesandtschaft vorstand: s. Menander Prot., Exc. de legationibus
Rom. 3,5 s. R.C.Blockley, The History of Menander the Guardsman. Liverpool (1985) 55 (Fragment
6.1). (ARCA. Classical and Medieval Texts, Papers and Monographs.17.)
2
ausführliche Schilderung der Friedensverhandlungen von Nisibis im Jahre 298
n.Chr. verdankt wird
5
. Vorangegangen waren kriegerische Auseinandersetzungen
zwischen Galerius und Narseh, die mit einer schweren Niederlage der Perser
endeten. Während Narsehs Harem und Kriegsschatz in die Hände der Römer fielen,
gelang es ihm selbst, sich auf persisches Reichsgebiet zurückzuziehen
6
. Angesichts
der militärischen Niederlage und des Verlusts seiner Frauen und Kinder sah Narseh
keinen anderen Ausweg als die bedingungslose Kapitulation.
Die Friedensverhandlungen verliefen in zwei Phasen: zunächst sandte Narseh eine
Gesandschaft unter der Führung seines Vertrauten und
???????? ?????????? ??????????, des Vorstehers der königlichen Garde, zu Gale-
rius, um ihn um Frieden zu bitten. Danach fanden die abschließenden Verhandlun-
gen in Narsehs Palast statt, der am Ufer des Asprudis
7
in Medien gelegen war. Teil-
nehmer dieser Verhandlungsrunde war auf römischer Seite Sicorius Probus
8
, Leiter
der römischen Gesandtschaft, der die Aufgabe hatte, dem Großkönig die Friedens-
bedingungen zu unterbreiten und den Friedensvertrag in seiner Eigenschaft als
????????????? ???? ??????? (magister memoriae) schriftlich zu fixieren.
Nach der Überlieferung des Petros Patrikios in Fragment 14 haben neben dem
Großkönig Narseh auf persischer Seite nicht zwei, sondern drei persische Würden-
träger an den abschließenden Friedensverhandlungen teilgenom-
men:→??????????? ??????????? und →????????????
9
. Es handelt sich hier um eine
verderbte Textstelle, die von einigen Forschern unterschiedlich interpretiert worden
ist und zu Mißverständnissen geführt hat
10
. Die Annahme, daß es sich um drei Per-
sonen handeln könnte, wird durch den Nachsatz widerlegt, der sich nur auf zwei
Würdenträger bezieht
11
. Offensichtlich ist das Amt des ??????????? hier nicht als sol-
ches erkannt, sondern als Eigenname
12
mißverstanden worden. Als erster Forscher
hat G. Hoffmann
13
gesehen, daß das zweite ??? (vor ????????????) gestrichen
werden muß. Von daher ist das Amt des ???????????, mp. hlgwpt, pa.
<rkpty/hrkpty
14
, argbed, dem ???????????? zuzuordnen. Dieser Titel fand in gräzi-
sierter Form als ??????????? bzw. ??????????? Aufnahme in die griechische Sprache
und darüberhinaus Eingang ins Talmudisch-Aramäische, ins Palmyrenische, ins Sy-

5
s. Petros Patrikios, Fragmenta 13-14. In: FHG (ed. C.Müller). Paris IV(1851) 188-89. - Zur Vorge-
schichte dieses Friedens und zu den Vorverhandlungen →??????????.
6
Zur Chronologie dieses Krieges s. Anm. 3. - Weitere Quellen sind: Festus, breviarium 25, S. 65, 12-
66,5. - Eutropius, breviarium ab urbe condita IX, 24-5,1.- Orosius, adversus paganos VII, 25, 9-11. -
Theophanes, Chronographia A.M. 5793, p. 9, 1-15. - Zonaras, epitome historiarum XII, 31, S. 616, 4
- 617,4.
7
s. → ?????????? Anm. 11. - Es liegt nahe, den Fluß Asprudis in Medien zu lokalisieren, da sich
sein Name ableiten läßt von med. "asp-" Pferd und np. rūd Fluß, worauf mich E.Kettenhofen freundli-
cherweise aufmerksam machte. - W.Enßlin, Zur Ostpolitik des Kaisers Diokletian (1942) 42 und Anm.
2-6 mit weiteren Angaben zur Lokalisierung des Flusses Asprudis. - M.-L.Chaumont, Recherches sur
l"histoire d"Arménie (1969) 120 und Anm.2. - E.Winter, Die sāsānidisch-römischen Friedensverträge
(1988) 166 und Anm.4.
8
Sicorius Probus 7. In: PLRE I(1971) 740.
9
Petros Patrikios, Frg. 14: Text und Übersetzung s. oben unter B.
10
→ ??????????, Anm. 12 und 17.
11
??? ?? ???? ??????? ???????? ??? ??????????? ?? ??? ??????? ???? ???? ?????? ????? ??????????
12
E.Herzfeld, Paikuli (1924)193 A.
13
Auszüge aus syrischen Akten persischer Märtyrer (1880) 36 Anm. 306. - Zu weiteren Interpretatio-
nen dieser Textstelle → ?????????? Anm. 12.
14
H.Humbach/P.O.Skjaervø, The Sassanian Inscription of Paikuli 3.1(1983) 95.
3
rische und ins Arabische. Über den Aufgabenbereich und die Stellung des argbed
ist in der Forschung recht kontrovers diskutiert worden
15
. Einige Forscher sahen im
argbed einen Festungskommandanten, indem sie arg, ark mit Burg, Festung über-
setzten; andere Gelehrte jedoch wie z. B. E.Herzfeld bezweifelten schon sehr früh
diese These; sie zogen die Deutung harg-, arg im Sinne von Steuer, Tribut vor. Den
entscheidenden Beitrag zur Lösung dieser Frage wird O.Szemerényi verdankt. Er
konnte nachweisen, daß mp. hargbed/harguft, pa. argbed/hargbed allein von "harg-,
arg-" im Sinne von Tribut, Steuer abzuleiten ist; infolgedessen handelt es sich beim
hargbed, bzw. argbed um einen Steuereinnehmer
16
. Obgleich dieses Amt schon in
vor- und frühsāsānidischer Zeit etwa in der Bedeutung von Steuerinspektor bekannt
war, finden sich im Hofstaat der drei ersten Sāsānidenherrscher (ŠKZ) keine Wür-
denträger mit diesem Titel
17
. Man darf annehmen, daß bei der Vergrößerung des
Reiches und den damit verbundenen kostspieligen Eroberungskriegen die Bewer-
tung der Steuereinkünfte eine immer größere Rolle spielte. Von daher erklärt sich
auch die Aufwertung dieses Amtes spätestens gegen Ende des 3. Jahrhunderts
n.Chr. Bis zu Narsehs Regierungsantritt (293) standen die Ämter des bidexš und des
hazārbed an der Spitze der Hierarchie. In der Pāikūlī-Inschrift wird diese Rangord-
nung jedoch durchbrochen und der argbed dem bidexš protokollarisch vorange-
stellt
18
. Von daher muß der argbed der Pāikūlī-Inschrift als der ranghöchste Wür-
denträger des Reiches angesehen werden
19
. Das erklärt sich auch aus dem Um-
stand, daß während der kriegerischen Auseinandersetzungen um die Thronfolge
nach dem Tode Wahrāms II. der Austausch von Botschaften zwischen Narseh und
dem Adel stets über den argbed verlief. Der argbed ???????????? muß infolgedes-
sen als ranghöchster Würdenträger nach dem Großkönig die Leitung der obersten
Steuerbehörde innegehabt haben.
Darüberhinaus stellt Petros Patrikios ???????????? noch in einer zweiten wichtigen
Funktion vor: ?? ??? ??????? ???? ???? ?????? ????? ?????????? (Frg. 14). Während von
einigen Forschern vergeblich versucht worden war, ????????????' Herrschaftsbe-
reich Symien zu finden, gelang es P.Peeters
20
, für die verderbte Textstelle eine
sinnvolle Lesung vorzuschlagen: ???? ???? ??????? ??????? ? Danach hatte
???????????? nicht nur das Amt des argbed, sondern auch das des dibīrbed, des

15
E.Herzfeld, Paikuli (1924) 192ff. - Wie kontrovers die Diskussion verlief, zeigen die folgenden Bei-
träge: Th.Nöldeke,
Tabari (1879) 5 Anm. 1 und 3. - The Sāsānids, the Byzantines, the Lakhmids,
and Yemen. Transl. and annotated by C.E.Bosworth (1999) 6, Anm.15. - A.Christensen, L"Iran
(
2
1944) 107f. - W.Seston, Dioclétien et la Tétrarchie I(1946) 172. - E.Herzfeld, Zoroaster and his
world 1(1947) 128. - M.-L.Chaumont, Recherches sur l"histoire de l'Iran ancien II (1962) 11-22. -
D.Harnack, Parthische Titel (1970) 540-44. - Ph.Gignoux, Glossaire (1972) 23; 52.- O.Szemerényi,
Iranica V(1975) 366-75. - H.Humbach/P.O.Skjaervø, a.O.3.1(1983) 95; 3.2(1983) 39. - R.Schmitt,
Artabides/Argabides/Artakides/Arsakides. In: Sprachwissenschaft in Innsbruck (1982) 209f. -
V.G.Lukonin, Political, social, and administrative Institutions. In: CHI 3(2)(1983) 736ff. - M.-
L.Chaumont, Argbed. In: EncIr II(1987) 400-01.- A.G.Perikhanian, Arm. łakiš et la racine indo-
iranienne *ark/*rak-. In: StIr 17(1988) 131-40. - A.Tafazzoli, An unrecognized Sasanian Title. In: BAI
4(1990) 301-05. - E.Khurshudian, Die parthischen und sasanidischen Verwaltungsinstitutionen (1998)
116.
16
O.Szemerényi, Iranica V(1975) 369f. - Ph.Gignoux, Glossaire (1972) 23; 52: "chef des impôts". - s.
P.O.Skjaervø, a.O. 3.1(1983) 95. - s. dagegen A.Tafazzoli, a.O.301ff.
17
M.-L.Chaumont, Recherches sur l"histoire de l"Iran ancien II(1962) 14. - O.Szemerényi, a.O.370ff.
18
O.Szemerényi, a.O. 362f.
19
So schon E.Herzfeld, Paikuli (1924) 193 A.
20
L"Intervention politique de Constance II dans la Grande Arménie, en 338 (1931) 27.
4
ersten großköniglichen Schreibers, inne. In seinen Händen lag gewissermaßen nicht
nur die Leitung der obersten Steuerbehörde, sondern gleichzeitig auch die der
Staatskanzlei. ???????????? dürfte demnach zu den führenden Repräsentanten des
sāsānidischen Staates zu zählen sein. Es ist daher nicht ausgeschlossen, daß
???????????? gleich nach dem König an der Spitze der sāsānidischen Reichsver-
waltung gestanden hat
21
.
Die Frage, ob ???????????? unter den zahlreichen Würdenträgern der Pāikūlī-In-
schrift, die 5-6 Jahre vor dem Friedensschluß von Nisibis gesetzt worden ist, zu fin-
den sei, kann nicht mit Sicherheit beantwortet werden. Es ist vermutet worden, daß
der Name des ???????????? auch ein Beiname oder ein Titel sein könnte. In der
Pāikūlī-Inschrift ist dagegen ein Würdenträger mit Namen ???????????? unbekannt.
Das Amt des argbed hat hier ein Mann namens →Šābuhr [NPi] inne, der wegen der
5hnichkeit seines aens durchaus it de argbed und dib
rbed bei Petros
Patrikios identisch sein könnte worau schon W Seston und ' -) hauont
auerksa geacht haben
22
.
Nicht unerwähnt bleiben soll die Meinung dreier Gelehrter
23
, die ???????????? mit
Varaz-šapuh, dem marzbān von Atrpatakan, und Befehlshaber im Krieg gegen Kö-
nig Tīrān im Werk des Ps. P
>awstos Buzand identifizieren wollen. Nach
N.G.Garsoĩan
24
ist Varaz-šapuh vermutlich eine fiktive Gestalt und in anderen arme-
nischen Quellen nicht belegt.

21
Daß ????????????' erster Titel "argbed' (Petr.Patr.: Fragment 14; hier unter B) wohl kaum zur
militärischen Ämterlaufbahn gehören kann, erklärt sich aus der Tatsache, daß Narseh zu den
Friedensverhandlungen in Nisibis nur zwei Würdenträger mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen
heranzog: einerseits den ???????? ?????????? (Chiliarch) ?????????? wohl als Vertreter der
Streitkräfte und andererseits ????????????, den Hauptschreiber/Kanzleichef
(???? ???? ??????? ???????) und Leiter der obersten Steuerbehörde (argbed).
22
W.Seston, Dioclétien et la tétrarchie I(1946) 172. - M.-L.Chaumont, Recherches sur les instituti-
ons de l"Iran ancien II (1962) 15 und Anm. 34: BurŽšāhpuhr, <le sublime Šāhpuhr>.- Vgl. auch
M.Boyce, A Word-List of Manichaean Middle Persian and Parthian (1977) 29 s.v. bwrz, [burz] Pth.
"high, lofty; loud, loudly; bwrz- [burz-] Pth. "exalt, honour".
23
N.Adonc' [= Adontz], Faust' Vizantijskij, kak' istorik'. In: Christianskij Vostok 6(1917-20) 248. -
K.Melik>-ōhanìanyan, Tiran-Trdati vep? ?st P>awstos Buzand. In: Tełekagir II(1947/7) 66. -
P.Peeters, L"Intervention politique de Constance II dans la Grande Arménie, en 338. In: BAB V
e
série,
17(1931) 27.- Dieser Meinung schloß sich auch W.Enßlin an: Zur Ostpolitik des Kaisers Diokletian
(1942) 51: Barsaborses, den Waraz-Schapur...
24
- The Epic Histories attributed to P>awstos Buzand (Buzandaran Patmut>iwnk>). Translation and
commentary by N.G.Garsoĩan. Cambridge, Mass. (1989) 262, Anm. 3; 423 s.v. Varaz-šapuh; - im
Text s. Buch III, Kap. 20. N.G. Garsoĩan zweifelt diese Identifizierung jedoch an; sie begründet ihre
Meinung mit der nicht eindeutigen Ansetzung des Namens als Varaz-Šapuh, Šapuh-Varaz oder auch
nur Varaz; ferner ist auch Inhalt und Darstellung der Ereignisse anzuzweifeln: the present chapter - ...
- has all the hallmarks of the oral epic tradition and probably derives from the "Geste of the Aršakuni".
- In diesem Zusammenhang war der Hinweis E.Kettenhofens hilfreich, der mich auf Ph.Huyses
Darlegungen aufmerksam machte in: ŠKZ 2(1999) 135: "Der Name einer der großen sāsānidischen
Familien Warāz ist nicht nur innerhalb der iranischen Sprachen... sondern auch in der
Nebenüberlieferung ...armen. Varaz... ; gr. ?????????? [Prokop] und ???????? [Agathias] häufig belegt;
in grI 62 erscheint er in der Form ??????"? ? Dabei fällt auf, daß die griechischen Äquivalente (so
E.Kettenhofen) alle ein ? aufweisen: ??????????, ???????? und ???????
5
In einem Perserzyklus hat Galerius die Ereignisse seines siegreichen Feldzuges
gegen das Sāsānidenreich an seinem Triumphbogen in Thessaloniki der Nachwelt
überliefert. Besonders eindrucksvoll ist die Darstellung der persischen Gesandt-
schaft vor Galerius: fünf Perser, an ihrer Kleidung und Kopfbedeckung erkenntlich,
knien im Gestus der Unterwerfung vor Galerius, indem sie mit erhobener Rechten
flehentlich um Gnade bitten. Eine ikonographisch getreue Darstellung einzelner Per-
sönlichkeiten, etwa die des ?????????? und des ????????????, kann aber nicht un-
terstellt werden.
Eine weitere Darstellung des gleichen historischen Ereignisses findet sich in stark
verkürzter Form auf der Rückseite des Bronzemedaillons von Siscia
25
.
L:
Quellen:
Petros Patrikios, Fragment 14. In: FHG (ed. C.Müller). Paris IV(1851) 189. - Excerpta de legationi-
bus, ed. C. de Boor. Pars I. Berlin (1903) 3-4 <Frg. 14>. - Festus, Abrégé des hauts faits du peuple
Romain. Texte établi et traduit par M.-P.Arnaud-Lindet. Paris 1994. - Eutropii Breviarium ab Urbe
Condita. Rec. C.Santini. Leipzig 1979. - Pauli Orosii historiarum adversum paganos Libri VII. Rec.
et commentario critico instruxit C.Zangemeister. Wien 1882.(CSEL.V.) - Repr. Hildesheim 1967. -
Theophanis Chronographia. Rec. C. de Boor. Leipzig 1(1883). - Repr. Hildesheim, New York 1980. -
Ioannis Zonarae Epitome historiarum. Ed. L.Dindorf. Vol. I-VI. Leipzig 1868-75.
Übers.: The Roman Eastern Frontier and the Persian Wars AD 226-363... Compiled and ed. by
M.H.Dodgeon and S.N.C.Lieu. London, New York (1991) 133. - A.Nagl, Petros (6). In: RE XIX
2(1938) 1296-1304.
Namen:
G.Hoffmann, Auszüge aus syrischen Akten persischer Märtyrer. Leipzig 1880. (AKM.VII,3.) - F.Justi,
Iranisches Namenbuch. Marburg 1895. - Repr. Hildesheim 1963. - W.Enßlin, Zur Ostpolitik des Kai-
sers Diokletian. München 1942. (SBAW, phil.-hist. Kl.1942,1.) - W.Seston, Dioclétien et la tétrar-
chie. I. Guerres et réformes (284-300). Paris 1946. (BEFAR.162.). - M.-L.Chaumont, Recherches sur
les institutions de l"Iran ancien et de l'Arménie II. Le Titre et la fonction d"argapat et de dizpat. In: JA
250(1962) 11-22.
Amt:
Th.Nöldeke, Geschichte der Perser und Araber zur Zeit der Sasaniden. Aus der arabischen Chronik
des Tabari. Leyden 1879. - Repr. Graz 1973.- E.Herzfeld, Paikuli. Monument and inscription. Bd 1-
2. Berlin 1924. - W.Seston, Dioclétien et la tétrarchie I s.o. - E.Herzfeld, Zoroaster and his world.
Vol. 1-2. Princeton, N.J. 1947. - M.-L.Chaumont, Recherches sur les institutions de l"Iran ancien II
s.o. - D.Harnack, Parthische Titel, vornehmlich in den Inschriften von Hatra. In: F.Altheim/R.Stiehl,
Geschichte Mittelasiens im Altertum. Berlin (1970) 492-549. - Ph.Gignoux, Glossaire des inscripti-
ons Pehlevies et Parthes. London 1972. (CII, Suppl. Series.1.). - O.Szemerényi, Iranica V. In: Acta
Iranica. Leiden, Téhéran 5(1975) 366-75. - Ebenf. abgedr. in: Scripta minora. Innsbruck IV(1991)
1923-2004. - R.Schmitt, Artabides/Argabides/Artakides/Arsakides. In: Sprachwissenschaft in Inns-
bruck. Hrsg. von W.Meid, H.Ölberg und J.Schmeja. Innsbruck (1982) 209-11. (IBK.Sonderheft.50.).-
H.Humbach/P.O.Skjaervø, The Sassanian Inscription of Paikuli. Part 3.1: Restored Text and transla-
tion. Wiesbaden (1983) 95; 3.2(1983) 39. - A.Sh.Shahbazi, Army. I. Pre-Islamic Iran. 5.The Sasanian
period. In: EncIr II(1987) 496-99. - A.G.Perikhanian, Arm. łakiš et la racine indo-iranienne *ark/*rak-.
In: StIr 17(1988) 131-40. - A.Tafazzoli, An unrecognized Sasanian Title. In: BAI 4(1990) 301-O5. -
The Sāsānids, the Byzantines, the Lakhmids, and Yemen. Transl. and annotated by C.E.Bosworth.
New York 1999. (The History of al-
$abarī. 5.). - E.Khurshudian, Die parthischen und sasanidischen
Verwaltungsinstitutionen nach den literarischen und epigraphischen Quellen, 3.Jh. v. Chr. - 7. Jh. n.
Chr. Jerewan 1998 [dt.].
Geschichte:
P.Peeters, L"Intervention politique de Constance II dans la grande Arménie, en 338. In: BAB, V
e
sé-
rie, 17(1931) 10-47. - W.Enßlin, Zur Ostpolitik des Kaisers Diokletian. München 1942.(SBAW, phil.-
hist. Kl. 1942,1.) - A.Christensen, L"Iran sous les Sassanides. Copenhague
2
1944. - Repr. Osna-

25
s. die bibliographischen Angaben im Literaturverzeichnis.
6
brück 1971. - W.Seston, Dioclétien et la tétrarchie, s.o.- M.-L.Chaumont, Recherches sur l"histoire
d"Arménie de l"avènement des Sassanides à la conversion du royaume. Paris 1969. - M.Boyce, A
Word-list of Manichaean Middle Persian and Parthian. With a Reverse index by R.Zwanziger. Leiden,
Téhéran 1977. (AcIr.9a.) - T.D.Barnes, Constantine and Eusebius. Cambridge, Mass., London 1981.
- W.Felix, Antike literarische Quellen zur Außenpolitik des Sāsānidenstaates. Erster Band (224-309).
Wien 1985. (SB Wien, phil.-hist. Kl. 456.) (Veröffentlichungen der Iranischen Kommission.18.) -
E.Winter, Die sāsānidisch-römischen Friedensverträge des 3. Jahrhunderts n.Chr. Frankfurt a.M.
1988.(EHS. III, 350.) - F.Kolb, Zu chronologischen Problemen der ersten Tetrarchie. In: Eos
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zantinischen Geschichtsschreibung. München 1992.(Quellen und Forschungen zur Antiken Welt.11.)
- E.Kettenhofen, Tirdād und die Inschrift von Paikuli. Kritik der Quellen zur Geschichte Armeniens im
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R.C.Blockley, East Roman foreign Policy: formation and conduct from Diocletian to Anastasius.
Leeds 1992. (ARCA. Classical and Medieval Texts, Papers and Monographs.30.). - F.Kolb, Chrono-
logie und Ideologie der Tetrarchie. In: AntTard 3(1995) 21-31.
Bildliche Darstellungen:
Zum Galeriusbogen von Thessaloniki:
K.-F.Kinch, L"Arc de triomphe de Salonique. Paris 1890. - H. von Schönebeck, Die zyklische Ord-
nung der Triumphalreliefs am Galeriusbogen in Saloniki. In: ByzZ 37(1937) 361 - 71. - M.Sh.Pond,
The Arch of Galerius: a sculptural record of the age of the Tetrarchies. Phil.Diss. Michigan 1970. -
H.P.Laubscher, Der Reliefschmuck des Galeriusbogens in Thessaloniki. Berlin 1975. (Archäologi-
sche Forschungen.1.) - J.Engemann, Akklamationsrichtung, Sieger- und Besiegtenrichtung auf dem
Galeriusbogen in Saloniki. In: JbAChr 22(1979) 150 - 60. - H.Meyer, Die Frieszyklen am sogenann-
ten Triumphbogen des Galerius in Thessaloniki. In: JdI 95(1980) 374-444. - E.Winter, Die sāsāni-
disch - römischen Friedensverträge s.o.
Zum Bronzemedaillon von Siscia
: R.Garucci, Brass Medallion representing the Persian victory of
aimianus Galerius. In: Num%hr 1(18) 11118. - K.-F.Kinch, s.o. - F.Gnecchi, I Medaglioni
romani. Vol. II: Bronzo, P. I: Gran modulo. Mailand 1912. - H.Dressel, Die römischen Medaillone des
Münzkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin. Bearb. von K.Regling. Textbd. Dublin, Zürich 1973.
- Tafelbd a.O. 1972. - H.P.Laubscher, s.o. - E.Winter, Die sāsānidisch-römischen Friedensverträge
s.o.