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Ursula Weber: Prosopographie des Sāsānidenreiches im 3. Jahrhundert n. Chr.
Ardashir_Tahmsabuhr Ardašīr Tahmšābuhr

© 25.11.2019 C Seite 1/7

Vorwort Abkürzungsverzeichnis Personenregister Orts- und Sachregister

Griechisches Wörterverzeichnis Karte des Sāsānidenreiches

NPi I: Introduction NPi II a: Main part a NPi II b: Main part b NPi III: Conclusion

ŠKZ I: Genealogie ŠKZ II: Hofstaat Pābags ŠKZ III: Hofstaat Ardašīrs I.

ŠKZ IV: Hofstaat Šābuhrs I. ŠKZ V: Frauen


Ardašīr Tahmšābuhr
[NPi II a 15]


B:
NPi1: § 32: mpI C 6,05 - C 8,05: W 'rthštr ZY t[h]mš[h]pwhry; paI c 11,02 - c 12,02: W 'rthštr <-->
thmšh[ypwhr. - Übers.: Ardaxšēr Tahmšābuhr.

Personenliste in NPi § 32:
[And when] We arrived [in] Asōrestān at this place where this monument has been made, then Šābuhr
the Hargbed, and Pērōz the Prince, and Narseh the Prince, son of Sāsān, and Pābag the Bidaxš, and
Ardaxšēr the Hazārbed, and Ardaxšēr Surēn, and Ohrmazd Warāz, [and Warhāndād ? Lord of
Undīgān,] and Kirdēr the Mowbed of Ohrmazd, and [...]z-narseh Kāren, and Pērōz-Šābuhr, and Raxš
the General, and Ardaxšēr Tahmšābuhr, and Ādur-Farrbay, [..., and ...] Secretary of the Finances,
and J̌ōygird the Cupbearer, [and] likewise the Princes and Grandees and Nobles and Householders
and Satraps and Accountants (and) Storekeepers (? not Pa) and the remaining Persians and Par-
thians who were in Asōrestān [and Xūzestā?]n and Garamaea and Syārzūr, all together they came to
Xāyān ī Nīkatrā to meet Us. And here they came into Our presence where this monument has been
made.
Die zwei grün gekennzeichneten Personennamen stammen von einem Neufund von Inschriften-
blöcken in der Umgebung des Turmes von Pāikūlī durch C.G.Cereti und G.Terribili s. S. 5 Anm. 20.


P:
Ardašīr Tahmšābuhr2 gehörte zu den zahlreichen Würdenträgern, die sich nach
dem Tode →Wahrāms II.3 (276-293 n.Chr.) im Thronfolgestreit zwischen König
→Narseh4 von Armenien und →Wahrām III.5 an entscheidender Stelle an den Aus-

1 Der vollständige Text der Pāikūlī-Inschrift in der englischen Übersetzung von P.O.Skjaervø findet
sich in dieser Prosopographie s. v. Narseh, König der Könige von Ērān und Anērān unter B: Quellen.
2 Zum Namen Ardašīrs s. F.Justi, Iranisches Namenbuch. Marburg (1895) 34-36 s.v. Artašarā; 318
s.v. Tahm. - Repr. Hildesheim 1963. - Ph.Gignoux, Glossaire des inscriptions pehlevies et parthes.
London (1972) 17; 46. - 35; 65. (Corpus Inscriptionum Iranicarum. Supplementary Series.I.) -
M.Back, Die sassanidischen Staatsinschriften. Leiden, Téhéran-Liège (1978) 190, Nr. 45; 263, Nr.
333.(Acta Iranica.18.). - Ph.Gignoux, Noms propres sassanides en moyen-perse épigraphique. Wien
(1986) 46, Nr. 126; 166, Nr. 890.(Iranisches Personennamenbuch.II,2.) - Ph.Huyse, Die dreisprachige
Inschrift Šābuhrs I. an der Kaʻba-i Zardušt (ŠKZ). Band 2. London (1999) 12-13 = § 1.7.(Corpus
Inscriptionum Iranicarum. P. III, 1,1,2.) - R.Schmitt, Personennamen in parthischen epigraphischen
Quellen. Wien (2016) 46, Nr. 43; zum Ehrentitel ibid. 211, Nr. 500.(Iranisches Personennamenbuch.
II,5.)(Sitzungsberichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, phil.-hist. Kl. 881.) (Ira-
nische Onomastik.15.) -
3 U.Weber, Wahrām II., König der Könige von Ērān und Anērān. In: IrAnt 44(2009) 559-643. - s. die in
2018 überarb. Internetversion in U.Weber, Prosopographie 2002ff.
4 U.Weber, Narseh, König der Könige von Ērān und Anērān. In: IrAnt 47(2012) 153-302. - s. die über-
arb. Internetversion in U.Weber, Prosopographie 2002f.
Ardašīr Tahmšābuhr

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einandersetzungen beteiligten. Die einzige Quelle für diesen Thronfolgestreit, der in
einen Bürgerkrieg auszuarten drohte, ist die mittelpersisch-parthische Bilingue des
Königs Narseh am Monument von Pāikūlī (S. 2, Abb. 1-2) in ʻIrāqi-Kurdistān6.
Überlieferungen der zweiten und dritten Tradition sind bis jetzt unbekannt.





Abb. 1: Lage des Passes von Pāikūlī 7
und des Ortes Xāyān ī Nīkātrā
Abb. 2: Pāikūlī. Turm des Narseh:
"Pērōz-Anāhitā-Narseh"
(Rekonstruktion)8



Neben der Šābuhr-Inschrift ist die Bilingue von Pāikūlī von großer Bedeutung für
die prosopographische Überlieferung im 3. Jahrhundert n.Chr. Sie ergänzt mit 60 ge-
nannten Personen unsere Kenntnis von den bedeutendsten Persönlichkeiten des
Sāsānidenhofes und von vielen bisher unbekannten Königen und Herrschern kleine-
rer Reichsgebiete.
Zunächst ist es jedoch notwendig, den historischen Hintergrund der Ereignisse
kurz zu skizzieren, in die Ardašīr Tahmšābuhr eingebunden war9. Ausgangspunkt für
die Auseinandersetzungen war die Krönung Wahrāms III., der auf Initiative
→Wahnāms, Sohn des Tatrus [NPi II a 2 und II b 2], ohne Wissen des Adels, der

5 Zum historischen Hintergrund des Thronfolgestreits nach dem Tode Wahrāms II. s. U.Weber,
Wahrām III., König der Könige von Ērān und Anērān. In: IrAnt 45(2010) 353-394. - Überarb. 2018
ebenda.
6 Zur geographischen Lage von Pāikūlī s. E.Kettenhofen, Das Sāsānidenreich. Wiesbaden 1993.
(TAVO - Karte B VI 3). - id., Tirdād und die Inschrift von Paikuli. Kritik der Quellen zur Geschichte
Armeniens im späten 3. und frühen 4. Jh. n.Chr. (1995) 1-3; 5: Abb. 1. - Pāikūlī-Inschrift = NPi:
H.Humbach/P.O.Skjaervø, The Sassanian Inscription of Paikuli. P. 1-3. Wiesbaden 1978-1983.
7 E.Kettenhofen, ibid. (1995) 5: Abb. 1: Zeichnung von Ch.Bandomer, Tübingen, auf der Grundlage
von H.Humbach/P.O.Skjaervø, NPi Part 1(1978) Fig. 116 (Sketch-map by G.D.Davary). - Die roten
Pfeile stammen von der Verfasserin. Der Abdruck der Karte erfolgt nach Genehmigung des Autors.
8 E.Herzfeld, Paikuli 1(1924) 7, Fig. 7. - Ein neuer Inschriftenblock überliefert den Namen des Pāikūlī-
Turmes: s. C.G.Cereti/G.Terribili, The Middle Persian and Parthian Inscriptions on the Paikuli Tower.
New Blocks and Preliminary Studies. In: IrAnt 49(2014) 347-412; hier 358.
9 U.Weber, Wahrām III., ibid. (2010) 353-394 und Narseh, König der Könige von Ērān und Anērān,
ibid. (2012) 153-302.
Ardašīr Tahmšābuhr

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höchsten Würdenträger des Reiches und der Perser und Parther, im Jahre 293
n.Chr. den Thron des Sāsānidenreiches bestiegen hatte. Die Krönung Wahrāms III.
stieß jedoch bei einem Teil des Adels und vor allem bei König Narseh von Armenien,
der schon drei Mal in der Thronfolge übergangen worden war, auf Widerstand.
Desungeachtet hatte sich Narseh gegenüber den Herrschern der Wahrām-Familie
bisher jedoch stets loyal verhalten. Als aber nach dem Tode Wahrāms II. ein Teil des
Adels Narseh mit eindringlichen Worten bat, nach Ērānšahr zu kommen und den
Thron der Ahnen zu besteigen, ging Narseh auf ihr Bittgesuch ein. Anführer der
Partei Wahrāms III. war Wahnām, Sohn des Tatrus, der vermutlich schon zu
Lebzeiten Wahrāms II. ein hoher Würdenträger mit beträchtlichen Machtbefugnissen
am sāsānidischen Königshof gewesen sein muss. Auf der Gegenseite stand König
Narseh, unterstützt von den höchsten Würdenträgern (S. 5, Taf. 1) des Reiches, die
ihm schon bei ihrem ersten Treffen am Pass von Pāikūlī, an dem Ort Xāyān ī Nīkātrā
(Abb. 1)10, die Großkönigswürde angeboten hatten. Dass die Thronstreitigkeiten
letztlich zugunsten Narsehs ausgingen, lag wohl entscheidend an einem Stimmungs-
wechsel innerhalb der Truppen Wahrāms III. Ein Teil seiner Truppen fiel von ihm ab
und ergab sich König Narseh von Armenien.

In Erinnerung an das denkwürdige Treffen in Xāyān ī Nīkātrā und wohl an seine
erste Proklamation zum Großkönig ließ Narseh eine Inschrift am Turm von Pāikūlī
anbringen. Narsehs Absicht war es, in dieser Inschrift alle Ereignisse der Aus-
einandersetzungen offen darzulegen und auch über seine Königswahl wahrheitsge-
treu zu berichten. Von daher ist die Pāikūlī-Inschrift als Rechenschaftsbericht und
gleichzeitig als Legitimationsschrift für Narsehs Aufstieg zum šāhān šāh des Sāsāni-
denreiches zu bewerten11.
Es stellt sich die Frage, welche Rolle Ardašīr Tahmšābuhr unter den höchsten
Würdenträgern des Reiches spielte. An drei Stellen der Narseh-Inschrift, in den
Paragraphen 16, 32 und 92-93, finden sich Listen von Parteigängern des Königs
Narseh, deren Namen ohne diese Quelle wohl niemals bekannt geworden wären.
Während die erste Personenliste (§ 16) nur acht Würdenträger aufweist, die Narseh
eine Botschaft senden mit der Aufforderung, den Thron der Ahnen zu besteigen,
überliefert die zweite Liste sechzehn Namen, von denen jedoch acht schon aus der
ersten Liste bekannt sind. Ardašīr Tahmšābuhr, der auf Rang 13 [NPi II a 15] der
zweiten Liste steht, nimmt an dem entscheidenden Treffen zwischen Narseh und
seinen Parteigängern auf dem Pass von Pāikūlī teil (S, 5, Abb. 1) und weist sich
durch diese Nominierung als Anhänger des Königs Narseh von Armenien aus. Man
darf wohl annehmen, dass Ardašīr Tahmšābuhr neben seinem eindeutigen Votum für
König Narseh auch aktiv am Aufmarsch der Truppen beteiligt war.
Es ist aufschlussreich, dass Ardašīr Tahmšābuhr, der offensichtlich nicht zum
Hochadel zählte und auch kein Hofamt innehatte, zum Kreis der höchsten
Würdenträger des Reiches gehörte und an dieser entscheidenden Versammlung auf
dem Pass von Pāikūlī teilnahm. Welche hohe Persönlichkeiten des Reiches hier

10 Es ist das Verdienst W.B.Hennings [A Farewell to the Khagan of the Aq-Aqatärān. In: BSOAS
14(1952) 501-521; hier 519f.], diesen Ortsnamen richtig rekonstruiert und gelesen zu haben (520): "
...one will inevitably restore (N)[Y]DKTL'[Y] or (N)[Y]DKTL'[N] and identify Hāyān īg N. with Nīqātōr-
Āwānā (Syriac Nyqṭwr-'wn'), a place of unknown situation within the confines of the Nestorian metro-
polity of Bē Garmai, to which Paikuli and its neighbourhood belonged, see G.Hoffmann, Auszüge aus
Syrischen Akten persischer Märtyrer, pp. 48 (n. 417), 277". - V.Popp(I-III)/H.Humbach(IV), Die Paikuli-
Inschrift im Jahre 1971. In: Baghdader Mitteilungen 6(1973) 99-109.
11 U.Weber/J.Wiesehöfer, König Narsehs Herrschaftsverständnis. In: Commutatio et contentio. Studies
in the Late Roman, Sasanian and Early Islamic Near East. In Memory of Z.Rubin (2010) 89-132.
Ardašīr Tahmšābuhr

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zusammenkamen, beweist die folgende Aufstellung (II. Personenliste § 32: Tabelle
1): Die Gruppe der Anhänger des Narseh führte der Oberbefehlshaber des Heeres
(hargbed) an, gefolgt von zwei Prinzen, dem Vizekönig (bidaxš), dem Chiliarchen
(hazārbed), fünf Vertretern des sāsānidischen Hochadels12, einem neu entdeckten
Würdenträger Pērōz-Šābuhr und dem Anführer der Reiterei (spāhbed). Diesen
Würdenträgern folgt Ardašīr Tahmšābuhr auf dem dreizehnten Rang. Ihm nachge-
ordnet sind ebenfalls ein neu entdeckter Würdenträger Ādur-Farrbay, der nicht mit
dem König von Mēšān, Ādur-Farrōbay, einem Gegner König Narsehs von Armenien,
verwechselt werden darf. Der Leiter der Finanzverwaltung (pa. hštr-'hmr SPRA) und
der oberste Mundschenk (pa. tkrpty) beenden diese Personenliste.
Bemerkenswert ist, dass die Pāikūlī-Inschrift im Gegensatz zur Šābuhr-Inschrift
nur wenige Träger von Ehrentiteln aufweist13. Das entscheidende Auswahlkriterium
für Ardašīr Tahmšābuhrs Aufnahme in diesen illustren Kreis ist vermutlich sein Eh-
rentitel in der Bedeutung von "Tapfer(-ist) Šābuhr", den Ardašīr sich für außerordent-
liche Leistungen erworben haben wird.
Die Vergabe von Ehrentiteln geht auf eine alte persische Tradition zurück und war
schon zu Zeiten der Achaimeniden bekannt14. Ihre Verleihung ist als Ausdruck der
Wertschätzung für herausragende Verdienste um König und Reich anzusehen. Aus
welchen Gründen und für welche Verdienste eine derartige Einstufung erfolgte, lässt
sich nach heutigem Erkenntnisstand nicht nachvollziehen. Ausschlaggebend für das
Protokoll könnte in der Wertigkeit der Ehrentitel oder im Rang der Würdenträger zu
suchen sein. Ebenfalls unbeantwortet muss die Frage nach der Wertigkeit der einzel-
nen Ehrentitel bleiben. Die Ehrentitel sind in der Regel Zusammensetzungen mit den
Namen der Großkönige, die ihn verliehen haben. Dies zeigt sich bei sieben der acht
zitierten Ehrentiteln in der Šābuhr-Inschrift. Die einzige Ausnahme ist der Würdenträ-
ger Ardašīr 'Ardašīr-Šnōm' [ŠKZ IV 20], der zum Hofstaat Šābuhrs I. gehört. Dabei ist
nicht auszuschließen, dass dieser Würdenträger die Auszeichnung von Ardašīr I. er-
hielt und in den Hofstaat seines Nachfolgers übernommen wurde.
Bei den spätgriechischen und lateinischen Autoren und auch in der wissenschaftli-
chen Diskussion sind diese Ehrentitel oft als Patronyme missverstanden worden15.
Ardašīrs Epitheton Tahmšābuhr ist aber nicht als Patronym, sondern als Ehrentitel16
anzusehen, der nicht nur im 3. Jahrhundert n.Chr., sondern auch in späteren Jahr-

12 In dieser Reihenfolge treten hier die Mitglieder der vornehmsten adligen Familien auf: Ardašīr
Sūrēn, Ohrmazd Warāz, *Warhāndād, Herr von Andēgān, Kerdīr, der mowbed des Ohrmazd und
[...]z-Narseh Kārin.
13 Nach dem Zeugnis der Šābuhr-Inschrift muss die Verwendung der Ehrentitel sehr beliebt gewesen
sein: Im Hofstaat Ardašīrs I. tritt nur ein Träger eines Ehrentitels auf: →Abursān ī Ardašīr-Farr [ŠKZ III
15]; im Hofstaat Šābuhr I. steigt die Zahl der durch einen Ehrentitel ausgezeichneten Würdenträger
auf sieben an: →Dēnag ī Mēšān bāmbišn, dastgerd Šābuhr [ŠKZ IV 3], →*Sridōy ī Šāhm[ust [ŠKZ IV
19], →Ardašīr ī Ardašīr-Šnōm [ŠKZ IV 20], →Pā(k)čihr ī Tahm-Šābuhr [ŠKZ IV 21], →Čašmag ī Nēw-
Šābuhr [ŠKZ IV 23], →Wohnām ī Šābuhr-Šnōm [ŠKZ IV 24]; auf dem 29. Rang steht in der mittelper-
sischen Version der Šābuhr-Inschrift nur eine Person →Pābīg ī Pērōz-Šābuhr, Sohn des Šanbid [ŠKZ
IV 29], in der parthischen und griechischen Version dagegen stehen zwei Personen →Razmayō
[ŠKZ IV 30] ud Pābič Pērōz-Šābuhr, die Söhne (?) des Šanbid;
gr.   A   (die Söhne ?) des Šanbid.
14 A.Christensen, L'Iran sous les Sassanides (21944) 409f. - M.Sprengling, Third Century Iran. Sapor
and Kartir (1953) 32. - s. auch U.Weber/J.Wiesehöfer, Das Reich der Achaimeniden. Eine Bibliogra-
phie. Berlin (1996) Nr. 9010-9010a; 9027.(AMI. Erg.Bd.15.)
15 Ph.Huyse, ŠKZ 2(1999) 159.
16 M.Sprengling, Shahpuhr I, the Great on the Kaabah of Zoroaster (KZ) (1940) 411, Nr. 21. -
A.Maricq, Res Gestae Divi Saporis (1958) 324 Anm. 2; 328. - M.Back, ibid. (1978) 263, Nr. 333. -
Ph.Gignoux, ibid. (1986) 166, Nr. 890 und p. 148 Nr. 766: unklar ist hier Ph.Gignoux' Entscheidung für
ein Patronymikon oder einen Ehrentitel. - Ph.Huyse, ŠKZ 2(1999) 159.
Ardašīr Tahmšābuhr

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hunderten beliebt war17. Dieser Ehrentitel, in der Bedeutung 'Tapfer ist Šābuhr', stellt
für seinen Träger eine hohe Auszeichnung dar, die er auf Grund besonderer
Verdienste für den König und das Reich erhalten haben wird. Auch im Falle Ardašīrs
zeigt sich, dass die Ehrentitel mehrheitlich aus Zusammensetzungen mit den Namen
der Könige, die ihn verliehen haben, gebildet sind18. Daher könnte man davon ausge-
hen, dass Ardašīr Tahmšābuhr seinen Ehrentitel von Šābuhr I. erhalten hat.


Tabelle 1: I. und II. Personenliste der Pāikūlī-Inschrift 19:
§§ 16 und 32: Anhängerschaft des Narseh

Warahrān [III], King of Kings, son of Warahrān [II]
Wahnām, son of Tatrus [NPi II a 2]

§ 16: I. Personenliste: 8 Personen § 32: II. Personenliste: 16 Personen

1. Šābuhr the Hargbed 1. Šābuhr the Hargbed [NPi II a 3]
2. and Narseh the Prince, son of Sāsān 2. and Pērōz the Prince [NPi II a 4]
3. [and] Pābag the Bidaxš 3. and Narseh the Prince, son of Sāsān [NPi II a 5]
4. and Ardaxšēr the Hazārbed 4. and Pābag the Bidaxš [NPi II a 6]
5. and Raxš the General 5. and Ardaxšēr the Hazārbed [NPi II a 7]
6. and Ardaxšēr [Surēn] 6. and Ardaxšēr Surēn [NPi II a 8]
7. and Ohrmazd Warāz 7. and Ohrmazd Warāz [NPi II a 9]
8. (and) *Warhāndād (?) Lord of Andēgān 8. [and *Warhāndād ? Lord of Andēgān] [NPi II a 10]
9. and Kirdēr the Mowbed of Ohrmazd [NPi II a 11]
10. and [...]z-Narseh Kāren [NPi II a 12]
11. and Pērōz-Šābuhr [NPi II a 13]20
12. and Raxš the General [NPi II a 14]
13. and Ardaxšēr Tahmšābuhr [NPi II a 15]
14. and Ādur-Farrbay [NPi II a 16]21
15. [..., and ...] Secretary of the Financies [NPi II a 17]
16. and ǰōygird the Cupbearer [NPi II a 18]


L:
Quellen:
NPi: E.Herzfeld, Paikuli. Monument and Inscription of the Early History of the Sasanian Empire. Bd 1-
2. Berlin 1924. -
H.Humbach/P.O.Skjaervø, The Sassanian Inscription of Paikuli [NPi]. P. 1-3. Wiesbaden, Teheran
1978-1983. - [Part 1: Supplement to Herzfeld's Paikuli. Wiesbaden, Teheran 1978. - Part 2: Synoptic
Tables. Wiesbaden 1980. - Part 3.1: Restored Text and Translation by P.O.Skjaervø. Wiesbaden
1983. - Part 3.2: Commentary by P.O.Skjaervø. Wiesbaden 1983]. - s. auch die Rezension von
W.Sundermann in: Kratylos 28(1983) 82-89. -

17 F.Justi, Iranisches Namenbuch (1895) 318: Tahm; 321: Tamšāpūr. - Repr. Hildesheim 1963. - In der
Šābuhr-Inschrift kommt ein mit Tahm- zusammengesetzter Ehrentitel nur einmal vor, wie oben be-
schrieben. - Beispiele für die Verwendung von Tahm mit dem Namen eines Königs finden sich bei
Th.Nöldeke, Tabari (1879) 443 Anm. 1.
18 A.Christensen, L'Iran sous les Sassanides (21944) 410: "Une sorte particulière de noms d'honneur
étaient ceux composés du nom du roi, dans le service duquel la personne en question s'était distin-
guée".
19 Nach P.O.Skjaervø, NPi 3.1(1983) 33f.: § 16. - 3.1(1983) 41-43: § 32.
20 Die Namen von zwei neuen Personen, Nr. 11 und Nr. 14, wurden von C.G.Cereti und G.Terribili auf
neuen Inschriftenblöcken entdeckt s. iidem, ibid. (2014) 363 (§ 32): Pērōz-Šābuhr [NPi II a 13] und
Ādur-Farrbay [NPi II a 16]. Beide Persönlichkeiten sind Parteigänger König Narsehs von Armenien.
Letzterer sollte aber nicht mit dem fast gleichnamigen König Ādur-Farrōbay von Mēšān [NPi II b 3]
verwechselt werden, da er die Partei Wahrāms III. unterstützte.
21s. Anm. 20.
Ardašīr Tahmšābuhr

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Engl. Übers.: hier Part 3.1: Restored Text and Translation by P.O.Skjaervø (1983) 27-74.

P.O. Skjaervø, A New Block from the Paikuli Inscription. In: Journal of Inner Asian Art and Archae-
ology 1(2006) 119-123.

C.G.Cereti/G.Terribili, The Middle Persian and Parthian Inscriptions on the Paikuli Tower. New
Blocks and Preliminary Studies. In: Iranica Antiqua 49(2014) 347-412.

ŠKZ: M.Back, Die sassanidischen Staatsinschriften (SSI). Leiden, Téhéran 1978. (Acta Iranica.18.) -
Ph.Huyse, Die dreisprachige Inschrift Šābuhrs I. an der Kaʻba-i Zardušt (ŠKZ). Bd 1-2. London
1999.(Corpus Inscriptionum Iranicarum. P. III, 1,1,1-2.)


Name:
F.Justi, Iranisches Namenbuch. Marburg (1895) 34-36 s. v. Artašarā. - Repr. Hildesheim 1963. -
Ph.Gignoux, Glossaire des inscriptions pehlevies et parthes. London (1972) 35; 65.(Corpus
Inscriptionum Iranicarum. Supplementary Series.I.) - M.Back, Die sassanidischen Staatsinschriften.
Leiden, Téhéran (1978) 190, Nr. 45; 263, Nr. 333.(Acta Iranica.18.). - H.Humbach/P.O.Skjaervø, The
Sassanian Inscription of Paikuli. P. 3.1. Wiesbaden (1983) 128. - Ph.Gignoux, Noms propres
sassanides en moyen-perse épigraphique. Wien (1986) 46, Nr. 126; 166, Nr. 890.(Iranisches
Personennamenbuch.II,2.) - Ph.Huyse, Die dreisprachige Inschrift Šābuhrs I. an der Kaʻba-i Zardušt
(ŠKZ). Band 2. London (1999) 12f. = § 1.7; 159.(Corpus Inscriptionum Iranicarum. Part III, I,1,2.) -
R.Schmitt, Personenamen in parthischen epigraphischen Quellen. Wien (2016) 46-48; hier Nr. 43;
211, Nr. 500b.(Iranisches Personennamenbuch.II,5.)(Sitzungsberichte der Österreichischen Akademie
der Wissenschaften, phil.-hist. Kl. 881.)(Iranische Onomastik.15.)

Ehrentitel:
Th.Nöldeke, Geschichte der Perser und Araber zur Zeit der Sasaniden. Aus der arabischen Chronik
des Tabari. Leyden (1879) 443 Anm. 1. - Repr. Graz 1973. - F.Justi, Iranisches Namenbuch. Mar-
burg (1895) 318. - Repr. Hildesheim 1963. - A.Christensen, L'Iran sous les Sassanides. Copenhague
(21944) 409f. - Repr. Osnabrück 1971. - M.Sprengling, Shahpuhr I, the Great on the Kaabah of Zo-
roaster (KZ). In: American Journal of Semitic Languages and Literatures 57(1940) 341-429; hier 411,
Nr. 21. - id., Third Century Iran. Sapor and Kartir. Chicago (1953) 32. - A.Maricq, Res Gestae Divi
Saporis. In: Syria 35(1958) 295-360; hier 324 Anm. 2; 328, Nr. 21 und Anm. 2. - Ebenf. abgedr. in:
Classica et Orientalia. Paris (1965) 37-101; hier 66; 70.(Institut Français d'Archéologie de Beyrouth.
Publication hors série.11.) - P.O.Skjaervø, The Sassanian Inscription of Paikuli. Wiesbaden 3.1(1983)
42; 43; 128. - Ph.Gignoux, L'apport de l'onomastique sassanide à la philologie iranienne. In:
Linguistica e Filologia. Atti del VII Convegno Internazionale di Linguistici. Milano (1984). Brescia
(1987) 291-300; hier 299f. - id., Noms propres sassanides en moyen-perse épigraphique. Wien
(1986) 166, Nr. 890.(Iranisches Personennamenbuch.II,2.) - U.Weber/J.Wiesehöfer, Das Reich der
Achaimeniden. Eine Bibliographie. Berlin (1996) Nr. 9010-9010a; 9027. (Archäologische Mitteilungen
aus Iran, Ergänzungsband.15.) - Ph.Huyse, Die dreisprachige Inschrift Šābuhrs I. an der Kaʻba-i Zar-
dušt (ŠKZ). Band 2. London (1999) 159. (Corpus Inscriptionum Iranicarum. P. III,I,1,2.)


Geschichte:
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