Ursula Weber: Prosopographie des Sāsānidenreiches im 3. Jahrhundert n. Chr.
Aphpharban
1
Vorwort Abkürzungsverzeichnis
Personenregister Orts- und Sachregister
Griechisches Wörterverzeichnis Karte des Ssnidenreiches
K  Geneaogie K  ostaat Pbags K  ostaat Arda
rs 
K V ostaat buhrs  K V rauen??????????, ???????? ??????????
des Narseh,
des Königs der Könige [Petr. Patr.]

B:
Petros Patrikios, Fragmenta 13-14. In: FHG (ed. C.Müller) IV(1851) 188-189; Frg. 13: (S. 188):
???? ??????????? ???????? ??? ??? ???????? ??? ??????? ??? ??????? ???????? ??? ?????????
???????? ???? ??????? ??? ??????? ???????????? Frg. 14 ( (S. 189):
???? ?????????? ??? ???? ?????????? ???? ????????? ??????? ????? ??????? ???????? ??? ??????????
??? ???????? ????????? ??? ??????????? ??? ????????????? ??? ?? ???? ??????? ???????? ???
??????????? ?? ??? ??????? ???? ???? ?????? ????? ???????? ?????????? ??? ?????? ???? ?????????
???????????
Übers.: Frg. 13: Aphpharbān, der ein sehr enger Vertrauter des Perserkönigs Narseh war, wurde mit
einer Gesandtschaft beauftragt und traf als Bittflehender mit Galerius zusammen. - Frg. 14: Narseh
schickte - im Innern des Königspalastes - alle anderen fort und begnügte sich mit der Anwesenheit
des Aphpharbān, des Archapetēs und BarsabŌrsēs, von denen der eine Prätorianerpräfekt war und
der andere die Herrschaft über Symien1
innehatte. Dann gestattete er dem Probus, einen detaillierten
Bericht seiner Gesandtschaft vorzutragenP:
Nach der Überlieferung des Petros Patrikios (ca. 500-564 n.Chr.)
2
war ??????????
3
als Gesandter des Großkönigs →Narseh [ŠKZ I 4] an den römisch-persischen
Verhandungen die  n hr
4
zum Friedensvertrag von Nisibis führten, entschei-

1
Zur Klärung der an zwei Stellen verderbten Textstelle des Petros Patrikios, Frg. 14 s. Anm. 12 und
17.2
Zu Leben und Werk des Petros Patrikios s. A.Nagl, Petros (6). In: RE XIX 2(1938) 1296-1304. -
Petros Patrikios' Interesse an eingehender Schilderung historischer Vorgänge beruht auf seiner eige-
nen Tätigkeit als Gesandter des Kaisers, der bei den Friedensverhandlungen mit den Persern zur Zeit
ïusrŌs I. AnŌširvān der Gesandtschaft vorstand: s. Menander Prot., Exc. de legationibus Rom. 3,5 s.
R.C.Blockley, The History of Menander the Guardsman. Liverpool (1985) 55 (Fragment 6.1). (ARCA.
Classical and Medieal Texts, Papers and Monographs.17.)3
Zum Namen des ?????????? s. G.Hoffmann, Auszüge aus syrischen Akten persischer Märtyrer
(1880) 36, Anm. 306. - F.Justi, NB (1895) 5: s.v. ??????????. - M.-L.Chaumont, Chiliarque et curo-
palate (1973) 145-47. - W.Felix, Antike literarische Quellen (1985) 123.
4
Zur Chronologie der Kriegsereignisse und der Friedensverhandlungen s. F.Kolb, Zu chronologi-
schen Problemen der ersten Tetrarchie (1988) 105-25. - E.Kettenhofen, Rez. zu E.Winter, Die sāsā-
nidisch-römischen Friedensverträge des 3. Jahrhunderts n.Chr. (1988). In: BiOr 47(1990) 163-78. -
2
dend beteiligt. Die Fragmente 13 und 14 seines nur in wenigen Fragmenten erhal-
tenen Geschichtswerks berichten ausführlich von den wechselseitigen Verhandlun-
gen und den Vertragspartnern; sie geben außerdem Kenntnis von den einzelnen
Klauseln des Friedensvertrages
5
. Petros Patrikios ist der einzige Gewährsmann,
dem die bruchstückhafte Schilderung der schwierigen Friedensverhandlungen ver-
dankt wird.
Vorangegangen waren kriegerische Auseinandersetzungen mit Rom, die einige
Jahre nach Narsehs Regierungsantritt im Jahre 293 n.Chr. ausgebrochen waren;
nach anfänglichen militärischen Erfolgen erlitt Narseh gegen Galerius eine
schmachvolle Niederlage; nicht nur der persische Kriegsschatz, sondern auch
Narsehs Harem und eine große Anzahl persischer Adeliger fiel in die Hände der Rö-
mer
6
. Narseh selbst gelang es, sich dem Zugriff der römischen Verfolger zu entzie-
hen und sich auf persisches Reichsgebiet zurückzuziehen
7
.
In dieser Situation, so berichtet Petros Patrikios
8
, sandte Narseh ??????????, der
ihm besonders nahestand (???????? ??? ??? ???????? ??? ???????), mit einer Ge-
sandtschaft zu Galerius, um ihm (???? ??????? ???????????) seinen Wunsch nach
Frieden und Unterwerfung kundzutun. In seiner Rolle als Unterhändler greift
?????????? zu einem diplomatischen Vergleich: er vergleicht nämlich das römische
und persische Reich mit zwei Lampen. Daher sei es notwendig, daß diese wie zwei
Augen sich gegenseitig erhellten
9
. ?????????? erklärt weiter, daß man sich nicht bis
zur gegenseitigen Vernichtung verhärten solle. Man dürfe Narseh nicht als weniger
kriegstüchtig ansehen als alle anderen Könige; aber Galerius sei so sehr den übri-
gen Königen überlegen, daß von ihm allein Narseh zu Recht besiegt sei. Darüber-
hinaus, so berichtet ??????????, stelle Narseh Wohlergehen und Schicksal seines
Reiches der Hochherzigkeit und Milde Roms (???????????) anheim. Aus diesem
Grunde stelle er keine Bedingungen für einen Friedensvertrag, sondern überant-
worte alles dem Urteil des Kaisers. Er bäte aber einzig und allein um die Rückkehr
seiner gefangenen Frauen und Kinder. Als ?????????? daraufhin auf die Wechsel-
fälle des menschlichen Lebens zu sprechen kommt, erinnert Galerius den persi-
schen Gesandten voller Zorn und Erbitterung an die Gefangennahme des Kaisers
Valerian durch die Perser, an dessen unwürdige Behandlung während der Gefan-
genschaft und über den Tod hinaus. Gegen Ende der Audienz fordert Galerius
?????????? auf, dem Großkönig von der Großherzigkeit und der Milde der Römer zu

id., Tirdād und die Inschrift von Paikuli (1995) 70ff. - F.Kolb, Chronologie und Ideologie der Tetrarchie
(1995) 21-31.
5
Petros Patrikios, Fragment 14. In: FHG IV(1851) 189. - E.Winter, Die sāsānidisch-römischen Frie-
densverträge (1988) 168ff. - E.Kettenhofen, Tirdād und die Inschrift von Paikuli (1995) 70 und Anm.
435: "auch wenn hier mitnichten ein authentischer Vertragstext vorliegt".
6
Weitere Autoren neben Petros Patrikios sind: Aurelius Victor, liber de Caesaribus 39, 33-36. -
Festus, breviarium 25, S. 65,12 - 66,5. - Eutropius, breviarium ab urbe condita IX, 24-5,1. - Oro-
sius, adversus paganos VII, 25, 9-11. - Jordanes, Getica XXI (110), S. 86,13-19. - Theophanes,
Chronographia, A.M. 5793, S. 9, 1-15. - Zonaras, epitome historiarum XII, 31, S. 616,4 - 617,4.
7
Zur Chronologie dieses Krieges s. Anm. 4.
8
Petros Patrikios, Fragment 13.
9
Dieser auf ?????????? zurückgehende Topos ist noch in spätrömischer und byzantinischer Zeit
immer wieder erwähnt worden: E.Winter, Die sāsānidisch-römischen Friedensverträge (1988) 164
Anm.1. - Vgl. Šābuhrs II. Brief an Constantius II. bei Amm. Marc. XVII,5,3.
3
berichten: daß die Gefangenen in Kürze zum Großkönig Narseh zurückkehren
würden.
Nach dieser ersten Phase der Friedensverhandlungen folgt eine zweite
10
, in deren
Verlauf der Friedensvertrag unterschrieben wurde. Bevor es dazu kam, trafen Ga-
lerius und Diokletian in Nisibis zusammen, um sich über das weitere Vorgehen ge-
genüber Narseh zu beraten. Sicorius Probus, Leiter der römischen Gesandtschaft
und in der Rolle eines ????????????? ???? ??????? (magister memoriae, Leiter der
kaiserlichen Kanzlei), wurde daraufhin beauftragt, dem Großkönig Narseh die Frie-
densbedingungen zu unterbreiten. Nach der Überlieferung des Petros Patrikios fand
der Friedensabschluß in Narsehs Palast statt, der am Ufer des Asprudis
11
, einem
Flusse Mediens, gelegen war. An den Friedensverhandlungen nahmen auf persi-
scher Seite neben dem Großkönig zwei hohe Würdenträger
12
teil, die auf Grund ih-
rer Ämter zu den Ersten des Reiches zu zählen sind: ?????????? und →
???????????? [Petr. Patr., Frgm. 14]. Petros Patrikios (Fragment 14) bezeichnet
?????????? als ???????? ??????????? als den Präfekten der Garde
13
, der die
königliche Garde befehligte. Für den byzantinischen Autor war der Titel des
???????? ?????????? wohl eine angemessene Übersetzung für das hohe militärische
Amt des hazārbad/hazāruft
14
. Dieser Titel ist schon zur Zeit der Achaimeniden belegt

10
Petros Patrikios, Fragment 14.
11
Es liegt nahe, den Fluß Asprudis in Medien zu lokalisieren, da sich sein Name ableiten läßt von
med. "asp-" Pferd und np. rūd, Fluß, worauf mich E.Kettenhofen laut brieflicher Mitteilung vom
14.März 2002 freundlicherweise aufmerksam machte. - W.Enßlin, Zur Ostpolitik des Kaisers
Diokletian (1942) 42 und Anm. 2-6 mit weiteren Angaben zur Lokalisierung des Flusses Asprudis. -
M.-L.Chaumont, Recherches sur l"histoire d"Arménie (1969) 120 und Anm. 2. - E.Winter, Die
sāsānidisch-römischen Friedensverträge (1988) 166 und Anm.4.
12
Die entsprechende Textstelle in Fragment 14 des Petros Patrikios hat doch wohl als verderbte
Stelle zu gelten und führte zu unterschiedlichen Interpretationen:
??? ?????????? ??? ???????? ????????? ??? ??????????? ??? ????????????? ??? ?? ???? ???????
???????? ??? ??????????? ?? ??? ??????? ???? ???? ?????? ????? ?????????? Danach nehmen drei und
nicht zwei Personen neben Narseh an den Friedensverhandlungen teil: ??????????, Archapetēs und
????????????. Diese Annahme wird jedoch durch
den Nachsatz, der sich nur auf zwei Personen be-
zieht, widerlegt. Bei der Überlieferung des Textes könnte in späterer
Zeit vermutlich das Amt des
archapetēs nicht mehr als solches erkannt und mit einem Familiennamen verwechselt worden sein.
(Vgl. E.Herzfeld, Paikuli 193). Die Ausschaltung des zweiten "???" vor ???????????? macht diesen
zum argbed des Sāsānidenreiches. Diese Lesung ist von mehreren Forschern schon seit 1880 ver-
treten worden. Als erster diesen Sachverhalt erkannt zu haben, wird G.Hoffmann (Auszüge aus
syrischen Akten persischer Märtyrer. Leipzig [1880] 36 Anm. 306) verdankt. - Ebenso F.Justi, NB
(1895) 64 s.v. ???????????? ? Auch P.Peeters (L"Intervention politique [1931] 27) geht von 2 Wür-
denträgern aus, wobei er jedoch dazu neigt, den Titel
argbed dem ?????????? zuzuschreiben. -
Ebenfalls von zwei Personen spricht M.-L.Chaumont (Recherches sur les institutions de l"Iran ancien
II [1962] 15 und Anm. 32; ead., Recherches sur l"histoire d"Arménie [1969] 120; ead., Chiliarque et
curopalate [1973] 147) und E.Winter (Friedensverträge [1988] 166). - Dagegen nehmen nach
W.Enßlin (Zur Ostpolitik des Kaisers Diokletian [1942] 51) drei Würdenträger im Gefolge des Großkö-
nigs an den Verhandlungen teil. - Auch W.Seston (Dioclétien et la tétrarchie I[1946]) spricht von drei
Personen, von denen jedoch nur zwei dem Petros Patrikios bekannt gewesen sein sollen.
13
W.Enßlin, Praefectus praetorio. In: RE XXII 2(1954) 2391ff., insbes. 2393-94.
14
s. ein Beispiel in ŠKZ: mpI 29: p<pky ZY hz<lwpt = Pābag i hazāruft; paI 23: p<pk hzrwpt = Pābag
hazāruft; grI 56: ???????? ???????? = Pābag hazāruft. - Übers. mp., pa. und gr.: Pābag, den
Chiliarchen [ŠKZ
III 9 und auch IV 11]. - Ph.Gignoux, Chiliarch. In: EncIr V(1992) 423-24. - Zur
Gleichsetzung von hazārbad und ???????? ?????????? s. M.-L.Chaumont, Recherches sur les
institutions de l"Iran ancien (1962) 15; ead., Chiliarque et curopalate (1973) 147. - V.G.Lukonin,
Political, social, and administrative Institutions: taxes and trade. In: CHI III(2)(1983) 737. - Ph.Huyse,
4
und läßt sich von ap. hazārapati- "Herr der Tausend" ableiten. Die griechischen
Historiker übersetzten diesen Titel mit ?????????? Der hazārbad/hazāruft rangierte
im Hofstaat der Sāsānidenkönige →Ardašīrs I. [ŠKZ I 8]
und buhrs  geich
nach de bide4  de Vizekönig und vor den Vertretern der ersten aiien des
%eiches n der %angordnung der Paikui-nschrit nit dieser 5edoch erst den
vierten Patz nach buhr de argbed Prinz 
arseh
 Sohn Ssns und de
bide4 Pbag ein
15
. Es ist daher festzuhalten, daß Narseh den ??????????, den
Vorsteher der königichen 'itetrue einen sehr hohen Würdentr$ger it
iit$rischen unktionen zu den abschieenden riedensverhandungen hinzuzog
???????????? mit dem Titel ??????????? bekleidete das Amt des argbed
16
und war
daneben ???? ???? ??????? ???????? der Chef der Staatskanzlei
17
. Er tritt als Gegen-
spieler des Sicorius Probus
17a
, des magister memoriae, auf persischer Seite auf.
Die Anwesenheit beider Kanzleichefs macht deutlich, daß die Friedensverhandlun-
gen, vor allem aber die einzelnen Punkte des Friedensvertrages an Ort und Stelle
schriftlich abgefaßt werden konnten. Sowohl die militärische Niederlage als auch der
Verlust seines Harems zwangen Narseh, den römischen Friedensbedingungen
18
zuzustimmen. Nach Abschluß des Friedensvertrages kehrten seine Frauen und Kin-
der, die während der römischen Gefangenschaft mit Respekt behandelt worden wa-
ren, zu ihm zurück.
Die Frage, ob ?????????? unter den Würdenträgern der Paikuli-Inschrift, die ca 5-6
Jahre vor dem Frieden von Nisibis gesetzt wurde, zu finden sei, kann nicht eindeutig
beantwortet werden. Es ist vermutet worden, daß der Name des ?????????? auch
als Beiname oder als Titel gedeutet werden könnte. In der Paikuli-Inschrift findet sich
indes kein Würdenträger dieses Namens. Das Amt des hazārbad/hazāruft hat hier
→Ardašīr inne, der vielleicht ein Vorgänger des ?????????? gewesen sein könnte
19
.

ŠKZ 2(1999) 133f.- s. insbes. E.Khurshudian, Die parthischen und sasanidischen Verwaltungsinstitu-
tionen (1998) 76ff.
15
Ph.Huyse, ŠKZ 1(1999) 54; 57. - H.Humbach/P.O.Skjaervø, NPi 3,1(1983) 33, § 16.
16
M.-L.Chaumont, Argbed. In: EncIr II(1987) 400-01. - Zum Amte des argbed → ?????????????
17
An einer 2. Stelle ist der in Anm. 12 zitierte Text des Petros Patrikios, Frg. 14, als verderbt anzuse-
hen, worauf schon P.Peeters (L"Intervention politique [1931] 27) aufmerksam gemacht hat. An Stelle
von ???? ???? ?????? ??????? ist Peeters Lesung: ???? ???? ??????? ??????? vorzuziehen. Danach hatte
???????????? folglich nicht nur das Amt des argbed, sondern auch das des dibīrbed (zu dibīrbed s.
→ Mard [ŠKZ
III 18]) des Sāsānidenreiches inne. -
17a
Sicorius Probus 7. In: PLRE I(1971) 740.
18
1. Verlust von fünf Gebieten: Sophene, Arzanene, Karduene, Zabdikene und Ingilene. 2. Der Tigris
sollte die Grenze zwischen beiden Staaten sein. 3. Die Festung Zintha, im Grenzgebiet Mediens ge-
legen, sollte an Armenien fallen. 4. Der König von Iberien sollte von nun an die Insignien seiner Herr-
schaft von den Römern empfangen. 5. Die Stadt Nisibis sollte einziger Handelsplatz zwischen den
beiden Reichen sein. - Zu den Gebietsabtretungen s. E.Winter, On the Regulation of the Eastern
Frontier of the Roman Empire in 298 (1989) 555-71. - E.Kettenhofen, Rez. zu E.Winter, Die sāsāni-
disch-römischen Friedensverträge des 3. Jahrhunderts n.Chr. Frankfurt (1988). In: BiOr 47(1990)
163-78.
19
F.Justi, NB (1895) 5: unter Vorbehalt zieht Justi das mp. Adjektiv aparvand heran in der Bedeu-
tung von "stolz, mächtig". - M.-L.Chaumont, Chiliarque et curopalate 147: "soit un surnom ou mieux
un titre comme pahrbān (?)". - W.Felix, Antike literarische Quellen (1985) 123.
5
Die Ereignisse dieses siegreichen Feldzuges gegen das Sāsānidenreich ließ Gale-
rius in einem Perserzyklus an seinem Triumphbogen in Thessaloniki für die Nach-
welt darstellen. Nach der Deutung H.P.Laubschers werden folgende Ereignisse des
Krieges bildlich festgehalten: Schlacht zwischen Römern und Persern, Gefangen-
nahme des persischen Harems, Verfolgung der Perser über den Tigris hinaus und
Übergabe von Geschenken an die Römer. Besonders eindrucksvoll ist vor allem der
Empfang der persischen Gesandtschaft durch Galerius, die von ??????????
20
an-
geführt wird: im Gestus der Unterwerfung knien fünf persische Gesandte vor Gale-
rius, indem sie mit erhobener rechter Hand flehendlich um Frieden bitten. Daß hier
eine ikonographisch getreue Darstellung einzelner Personen etwa die des
?????????? oder des ???????????? angestrebt worden sei, kann aber nicht
unterstellt werden.
Das gleiche historische Ereignis ist auf der Rückseite des Bronzemedaillons von
Siscia
21
in stark verkürzter Form dargestellt.
L:
Quellen:
Petros Patrikios, Fragmente 13 und 14. In: FHG (ed. C.Müller). Paris IV(1851) 188-189. - Excerpta
de legationibus, ed. C. de Boor. Pars II. Berlin (1903) 393-94 <Frg. 13>; Pars I(1903) 3-4 <Frg. 14>. -
Übers.: The Roman Eastern Frontier and the Persian Wars AD 226-363... Compiled and ed. by
M.H.Dodgeon and S.N.C.Lieu. London, New York (1991) 131-133. - A.Nagl, Petros (6). In: RE XIX
2(1938) 1296-1304.
Namen:
G.Hoffmann, Auszüge aus syrischen Akten persischer Märtyrer. Leipzig (1880) 36, Anm. 306.
(AKM.VII.3.) - F.Justi, Iranisches Namenbuch. Marburg 1895. - Repr. Hildesheim 1963. -- M.-
L.Chaumont, Chiliarque et curopalate à la cour des Sassanides. In: IrAnt 10(1973) 139-65. -
W.Felix, Antike literarische Quellen zur Außenpolitik des Sāsānidenstaates. Erster Band (224-309).
Wien 1985. (SBWien, phil. - hist. Kl. 456.)(Veröffentlichungen der Iranischen Kommission.18.)
Geschichte:
P.Peeters, L"Intervention politique de Constance II dans la grande Arménie, en 338. In: BAB, V
e
sé-
rie, 17(1931) 10-47. - W.Enßlin, Zur Ostpolitik des Kaisers Diokletian. München 1942.(SBAW, phil.-
hist.Kl. 1942,1.) - W.Seston, Dioclétien et la tétrarchie. I. Guerres et réformes (284-300). Paris
1946.(BEFAR.162.). - M.-L.Chaumont, Recherches sur les institutions de l"Iran ancien et de
l"Arménie II: Le titre et la fonction d"argapat et de dizpat. In: JA 250(1962) 11-22. - ead., Recherches
sur l"histoire d"Arménie de l"avènement des Sassanides à la conversion du royaume. Paris 1969. -
T.D.Barnes, Constantine and Eusebius. Cambridge, Mass., London 1981. -
H.Humbach/P.O.Skjaervø, NPi 3,1(1983) 33, § 16. - W.Felix, Antike literarische Quellen s.o. unter
Namen. - E.Winter, On the Regulation of the Eastern Frontier of the Roman Empire in 298. In: The
Eastern Frontier of the Roman Empire. Ed. by D.H.French and C.S.Lightfoot. Oxford 2(1989) 555-71.
(British Institute of Archaeology at Ankara. Monograph.11.) (The British Archaeological Reports. In-
tern. Series. 553,2.) - R.C.Blockley, East Roman foreign Policy: formation and conduct from Diocle-
tian to Anastasius. Leeds 1992.(ARCA. Classical and Medieval Texts, Papers and Monographs.30.) -
E.Winter, Die sāsānidisch-römischen Friedensverträge des 3. Jahrhunderts n.Chr. Frankfurt a.M.
1988.(EHS III, 350.) - F.Kolb, Zu chronologischen Problemen der ersten Tetrarchie. In: Eos 76(1988)
105-25. - B.Bleckmann, Die Reichskrise des III. Jahrhunderts in der spätantiken und byzantinischen
Geschichtsschreibung. München 1992.(Quellen und Forschungen zur Antiken Welt.11.) - Zugl. Phil.
Diss. Köln 1991. - E.Kettenhofen, Tirdād und die Inschrift von Paikuli. Kritik der Quellen zur Ge-
schichte Armeniens im späten 3. und frühen 4.Jh. n.Chr. Wiesbaden 1995.- Zugl. Phil. Habil.-Schr.

20
H.P.Laubscher, Der Reliefschmuck des Galeriusbogens in Thessaloniki (1975): Pfeiler B, I, 16; S.
48ff.
21
R.Garucci, Brass Medallion representing the Persian victory of Maximianus Galerius (1870) 112-18.
- Weitere bibliographische Angaben im Literaturverzeichnis.
6
Trier 1990.- F.Kolb, Chronologie und Ideologie der Tetrarchie. In: AntTard 3(1995) 21-31. -
E.Khurshudian, Die parthischen und sasanidischen Verwaltungsinstitutionen nach den literarischen
und epigraphischen Quellen. 3.Jh. v.Chr. - 7.Jh. n.Chr. Jerewan 1998.
Bildliche Darstellungen:
Zum Galeriusbogen in Thessaloniki: K.-.F.Kinch, L"Arc de triomphe de Salonique. Paris 1890. -
K.Pink, Die Goldprägung des Diocletianus und seiner Mitregenten (284-305). In: NumZ 64, N.F.
24(1931) 1-59. - H. von Schönebeck, Die zyklische Ordnung der Triumphalreliefs am Galeriusbogen
in Saloniki. In: ByzZ 37(1937) 361 - 71. - M.Sh.Pond, The Arch of Galerius: a sculptural record of
the age of the Tetrarchies. Phil.Diss. Michigan 1970. - H.P.Laubscher, Der Reliefschmuck des Gale-
riusbogens in Thessaloniki. Berlin 1975. (Archäologische Forschungen.1.) - J.Engemann, Akklama-
tionsrichtung, Sieger- und Besiegtenrichtung auf dem Galeriusbogen in Saloniki. In: JbAChr 22(1979)
150 - 60. - H.Meyer, Die Frieszyklen am sogenannten Triumphbogen des Galerius in Thessaloniki.
In: JdI 95(1980) 374-444. - E.Winter, Die sāsānidisch - römischen Friedensverträge s.o.
Zum Bronzemedaillon von Siscia
: R.Garucci, Brass Medallion representing the Persian victory of
Maman Galer. In: mChr 1#(18#)11-18.  K.-F.Kinch, L'Arc de triomphe s.o. -
F.Gnecchi, I Medaglioni romani. Vol. II: Bronzo, P. I: Gran modulo. Mailand 1912. - H.Dressel, Die
römischen Medaillone des Münzkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin. Bearb. von K.Regling.
Textbd. Dublin, Zürich 1973; Tafelbd 1972. - H.P.Laubscher, a.O. (1975) 30, Anm. 149; Taf. 69,1. -
E.Winter, Die sāsānidisch-römischen Friedensverträge s.o. unter Geschichte.